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Pflasterspektakel 2008 in Linz

Donnerstag, Juli 24th, 2008

Diesmal möchte ich euch vom Pflasterspektakel in Linz erzählen, auf dem ich letztes Wochenende war. Eine tolle Idee mich dazu überreden zu lassen, dorthin zu fahren.

Das Pflasterspektakel in Linz ist ein alljährliches Straßenkunst-Festival, dass heuer bereits seine 22. Auflage hatte. StraßenkünstlerInnen aus aller Welt verwandelten die hübsche Linzer Innenstadt für drei Tage in ein rauschendes Fest mit Gauklerei, Magie, Akrobatik und Musik. An vielen verschiedenen Standorten traten im Stundentakt KünstlerInnen auf, die ihr Programm dort präsentierten, wobei jedes Programm bis zu dreimal pro Tag an wechselnden Orten aufgeführt wurde. Außerdem gab es auch noch weitere Aktionen, mehrere Gruppen zogen die ganze Zeit durch die Stadt um mit den Menschen zu interagieren und mehrere Samba-Gruppen verbreiteten ihre Stimmung.

Der Eintritt zum Festival war gratis, allerdings wurden die ZuschauerInnen aufgefordet, nach den Aufführungen ein Hutgeld zu geben. Immerhin ist dies die einzige Einnahmequelle, von der Organisation wurden nur die Fahrt- und Unterkunftkosten getragen.

Das mir Straßenkunst gut gefällt, war mir vor dem Spektakel schon bewusst, aber es hat mich doch viel mehr gefesselt, als ich angenommen hatte. Ich könnte nicht sagen, welcher Auftritt mir am besten gefallen hat, zu vielfältig war das angebotene Programm.

Die folgenden haben mir sehr gut gefallen:
The Von Trolley, ein australisch-französisches Quartett, dass Akrobatik, Musik und Comedy miteinander verbunden hat.
Trillke Trio, eine fünfköpfige deutsche Weltmusik-Band die das Lokal Strom zum beben gebracht hat.
MC Xander, ein britischer Beatboxer, dem leider nach 10 Minuten der Strom ausgegangen ist – trotzdem hab ich ihm eine CD abgekauft.
Dis Bonjour á la Dame, ein Theater, in dem der Protagonist in ein Computerspiel versetzt wurde. in dem Jonglieraufgaben zu lösen waren.

Als ich auf der Heimfahrt einen Blick in das Programmheft warf musste ich feststellen, dass ich den Großteil des Spektakels nicht gesehen hatte obwohl ich bereits überwältigt von meinen Eindrücken war. Ich denke es wird nicht mein letzter Besuch gewesen sein.

Hier ein paar Eindrücke vom Festival:

Hier gibt’s noch mehr Photos

Wien: Gegen den Trend

Dienstag, Juli 22nd, 2008

Ich wurde auf einen interessanten Artikel gestoßen, der gut die Misere um kostspielige U-Bahn-Linien in die Peripherie und die Stagnation im Ausbau der Straßenbahn zusammenfasst:
http://www.eisenbahnwelt.de/zeitschriftenartikel-2721.html

130 Jahre Tramway in Graz

Donnerstag, Juli 17th, 2008

Mein letzter Ausflug in meine Heimatstadt Graz ist inzwischen über einen Monate her, aber noch immer wartete dieser Blogeintrag darauf, fertiggeschrieben zu werden.

Einer der Gründe, die mich am Wochenende um den 8. Juni nach Graz gezogen haben, war das Straßenbahnfest, dass von den Grazer Verkehrsbetrieben (GVB) anlässlich des 130jährigen Jubiläums der Eröffnung der ersten Straßenbahnlinie vom Südbahnhof (heute Hauptbahnhof) zum Jakominiplaz am 8. Juni 1878 gestaltet wurde. Diese Route stellt bis heute den wichtigsten Abschnitt des Grazer Straßenbahnnetzes dar, die von vier (von ingesamt sechs Linien) befahren wird. Ein Highlight dieses Festes war eine Straßenbahnparade vom Hauptplatz durch die Herrengasse zum Jakominiplatz.

Obwohl ich noch müde vom recht ausführlichen Samstag Abend war machte ich mich nicht weniger motiviert auf den Weg in die Innenstadt. Ich hatte mir schon überlegt, dass ich das Landhaus und eventuell auch das Zeughaus als Hintergrundmotive wählen möchte. Naja, meistens musste ich dann eh schauen, wo gerade möglichst wenig Menschen stehen um gute Photos zu erhaschen. Es waren doch ziemlich viele Menschen zum Fest gekommen, auch irrsinnig viele PhotographInnen. Diese hatten sich dann schon in Gruppen arrangiert, um sich möglichst wenig im Weg zu stehen.

Geboten wurde so einiges: Neben allen fahrbaren Oldtimerwagen waren auch diverse Arbeitswagen unterwegs, natürlich auch die neueren Typen. Hier gibt ein paar Impressionen davon:

<table class=“thumb_gallery“><tbody>
<tr><td class=“thumb_gallery“><a href=“http://xover.mud.at/~skunk/blog/130tram_graz/IMG_1102a.JPG“><img src=“http://xover.mud.at/~skunk/blog/130tram_graz/IMG_1102a_small.JPG“ alt=““ /></a><br />So sah Straßenbahnverkehr in den Anfangstagen aus: Von Pferden gezogen (Nachbau, Original: Baujahr 1878).</td>
<td class=“thumb_gallery“><a href=“http://xover.mud.at/~skunk/blog/130tram_graz/IMG_1121.JPG“><img src=“http://xover.mud.at/~skunk/blog/130tram_graz/IMG_1121_small.JPG“ alt=““ /></a><br />Viele Schaulustige, die die Oldtimer-Straßenbahnen bewundern. Hier ein Triebwagen aus 1898.</td></tr>
<tr><td class=“thumb_gallery“><a href=“http://xover.mud.at/~skunk/blog/130tram_graz/IMG_1224.JPG“><img src=“http://xover.mud.at/~skunk/blog/130tram_graz/IMG_1224_small.JPG“ alt=““ /></a><br />Diese Schnauzen dominieren das Stadtbild seit den 1960ern. Hier ein besonderes Stück: Das Mittelteil stammt von einer Straßenbahn aus Wuppertal.</td>
<td class=“thumb_gallery“><a href=“http://xover.mud.at/~skunk/blog/130tram_graz/IMG_1229.JPG“><img src=“http://xover.mud.at/~skunk/blog/130tram_graz/IMG_1229_small.JPG“ alt=““ /></a><br />So kann man Hochflurwägen niederflurig machen: Mit einem Niederflurmittelteil (Baujahr 1986, Mittelteil: 1999).</td></tr>
<tr><td class=“thumb_gallery“><a href=“http://xover.mud.at/~skunk/blog/130tram_graz/IMG_1234.JPG“><img src=“http://xover.mud.at/~skunk/blog/130tram_graz/IMG_1234_small.JPG“ alt=““ /></a><br />Eine der derzeit neuesten Straßenbahnen zieht an den PhotographInnen vorbei: Ein Cityrunner (Baujahr 2001).</td>
<td class=“thumb_gallery“><a href=“http://xover.mud.at/~skunk/blog/130tram_graz/IMG_1243.JPG“><img src=“http://xover.mud.at/~skunk/blog/130tram_graz/IMG_1243_small.JPG“ alt=““ /></a><br />Ein Gast aus Wien: Der schön renovierte D244 gelenkt vom Direktor des Wiener Tramwaymuseums (Originalbaujahr 1901, neu aufgebaut mit einem Fahrgestell eines Grazer Güterwagens).</td></tr>
</table>

Danach gings weiter zum Straßenbahnmuseum in der ehemaligen Remise der Elektrischen Kleinbahn Graz-Mariatrost am Fuße des Mariatroster Kirchberges. Unterwegs hat mich leider ein Regenguß erwischt, der mich einige Zeit aufhielt, da ich mit meinem Rad unterwegs war. Ich konnte immerhin ein paar verregnete Straßenbahnphotos machen, da zwischen Hauptbahnhof und Mariatrost ein Sonderverkehr mit älteren und neueren Straßenbahnwägen verkehrte. Das Museum selber war bei freiem Eintritt zu besichtigen, ausserdem wurde eine Ausschank eingerichtet und diverse Projekte vorgestellt (wie die neue S-Bahn rund um Graz).

<table class=“thumb_gallery“><tbody>
<tr><td class=“thumb_gallery“><a href=“http://xover.mud.at/~skunk/blog/130tram_graz/IMG_1261.JPG“><img src=“http://xover.mud.at/~skunk/blog/130tram_graz/IMG_1261_small.JPG“ alt=““ /></a><br />Während ich in der Leonhardstraße im Regen stand kam mir diese hübsche Oldtimer-Garnitur Baujahr 1909 entgegen.</td>
<td class=“thumb_gallery“><a href=“http://xover.mud.at/~skunk/blog/130tram_graz/IMG_1262.JPG“><img src=“http://xover.mud.at/~skunk/blog/130tram_graz/IMG_1262_small.JPG“ alt=““ /></a><br />Auf der idyllischen Strecke nach Mariatrost erwischte ich einen Zweiachser Baujahr 1951 mit Beiwagen.</td></tr>
<tr><td class=“thumb_gallery“><a href=“http://xover.mud.at/~skunk/blog/130tram_graz/IMG_1324.JPG“><img src=“http://xover.mud.at/~skunk/blog/130tram_graz/IMG_1324_small.JPG“ alt=““ /></a><br />Ein vollgestopfter Oldtimerbeiwagen Baujahr 1872 (ursprünglich aus Wien) und ein 260er als Sonderverkehre in der Haltestelle St. Johann.</td>
<td class=“thumb_gallery“><a href=“http://xover.mud.at/~skunk/blog/130tram_graz/IMG_1308.JPG“><img src=“http://xover.mud.at/~skunk/blog/130tram_graz/IMG_1308_small.JPG“ alt=““ /></a><br />Beim Tramwaymuseum Graz-Mariatrost wurde noch lange das Jubiläum gefeiert.</td></tr>
</tbody></table>

Abschliessend kann ich sagen, dass ich es ein gelungenes Fest fand, immerhin wurde schön die Vielseitigkeit der Grazer Straßenbahngeschichte präsentiert. Alleine zwei Straßenbahnen gingen mir ab: Eine der alten Wuppertaler Straßenbahnen mit ihrer schlanken Schnauze und die Graffiti-Bim (eine der alten 260er die sich noch im Linienbetrieb befindet wurde komplett mit einem Graffiti verschönert).

<a href=“http://xover.mud.at/~skunk/photos/verkehr/graz/130jahre/“>Hier gibts noch mehr Photos</a>

Für offene Dateiformate und Protokolle!

Mittwoch, Juli 2nd, 2008

Und wieder ist es passiert: Eine Firma ändert einfach das Protokoll, wie ihre Software miteinander funktioniert, woraufhin alte und alternative Clients nicht mehr funktionieren. Diesmal ist es ICQ. Deren proprietäres Protokoll wurde geändert, womit nur noch eigene Clients funktionieren (und vermutlich bald auch wieder die alternativen, immerhin sind die ProgrammiererInnen viel zu schlau). Aber diese Vorgehensweise ist vergleichbar damit, dass Papier nur mit dem Bleistift der eigenen Firma beschreibbar wäre. Gottseidank ist das bei Papier nicht so, aber es ist leider in vielen Bereichen unseres Lebens, besonders elektronischen Medien so (Bsp: Word-Dokumente, Handy-Ladegeräte, …).

Es gibt dafür eine Lösung: Offene Alternativen zu verwenden, z.B. Jabber statt ICQ/AIM/MSN/wie sie denn alle heissen (Google Talk verwendet übrigens das gleiche Protokoll wie Jabber, ist also kompatibel) oder OpenDocument (wird von OpenOffice, AbiWord und vielen anderen Office-Programmen verwendet, leider (noch) nicht von Microsoft Office.

Für alle die mich jetzt nicht mehr per ICQ erreichen können: Schreibt mir doch ein Mail, dann erfährt ihr meine Jabber-ID.

Freiheit den Programmen!

Es geschehen noch Zeichen und Wunder!

Mittwoch, Juli 2nd, 2008

Gestern wurde bekannt, dass die Wiener Linien eine Neuordnung der Ringlinien planen und diese heute vorstellen wollen. Diese Ankündigung hat natürlich in den diversen Verkehrs-Foren zu großen Sorgen geführt, welche Linieneinstellungen nun wieder zu befürchten sind. Immerhin lehrt die Geschichte, dass solche Ankündigungen oft mit deutlichen Einschränkungen für die NutzerInnen einhergehen. Siehe die Linie 21, die zumindest in Teilbereichen hätte weiterbetrieben werden sollen. Und jetzt, wo gerade die EM vorbei ist und die U2 – laut Wiener Linien – den Verkehr des Ringes gut aufnehmen konnte.

Aber es sollte anders kommen, es wurde heute ein Konzept vorgestellt, dass für die meisten NutzerInnen sicher Vorteile bringen wird. Das Ringelspiel der Linien 1 und 2 am Ring wird beendet, welches mehrere Nachteile hatte: Erstens hat es zu vermehrten Umsteigen geführt und zweitens zu zusätzlichen Wartezeiten, weil die Ausgleichszeiten nicht wie bei anderen Stationen in der Endstation eingehalten werden konnte sondern in einer der Stationen. Dafür werden mehrere Linien verbunden, womit neue Umsteigerelationen geschaffen werden.


Die neuen Linien 1 und 2
Quelle: Wiener Linien

Konkret werden ab 26. Oktober 2008 die Linien 65 – 1/2 (über Oper – Schottentor und Schwedenplatz) – N zur Prater Hauptallee (neue Linie 1) und die Linien J – 1/2 (über Oper und Schwedenplatz) – N zum Friedrichs-Engels-Platz (neue Linie 2) verbunden. In weiterer Folge soll die Linie D in Linie 3 umbenannt werden und die Linie 71 als Linie 4 zur Börse verlängert werden.

Es soll sogar hinter dem Parlament eine Verbindungsstrecke für die Linie J gebaut werden, so wie ich es vor ein paar Blog-Einträgen gefordert habe.

Der einzige Wermutstropfen ist das Aufgeben des alten Linienbezeichnungsschema, dass immerhin bereits 101 Jahre alt ist. Nach diesem hätten die neuen Linien auch Buchstaben erhalten sollen, da dies klassische Durchmesserlinien sind (so wie die Linien D und N).

Damit haben die Wiener Linien und die Stadt Wien gezeigt, dass es doch möglich ist Verbesserungen umzusetzen. Weiter so!

Weitere Infos:
Ankündigung auf der WL-Homepage

Back to normal

Mittwoch, Juli 2nd, 2008

Mit dem Ende der EM verschwinden langsam auch wieder die Flaggen, die im letzten Monat von den Autos und Straßenbahnen gewinkt haben. Es ist ja nicht so, dass ich grundsätzlich was gegen Flaggen hätte, sollen doch alle mit ihren Autos oder Fahrzeugen oder Häusern machen, was sie wollen. Ich trage ja auch gern meine Meinungen und Wünsche in die Öffentlichkeit.

Bei den Straßenbahnen – die ja nur teilweise privat sind – hat mich allerdings wirklich gestört, dass diese mit diesen Krone-Flaggen herumgefahren sind. Nicht nur, dass ich sie hässlich fand, mit dem verunstalteten Adler und dem Fußball auf der Brust, ich hätte mir von einer Veranstaltungsstadt schon erwartet, dass sie „internationaler“ agieren.

Ich hätte mir erwartet, dass eine der Flaggen das offizielle Euro 2008-Logo trägt und die andere Flagge die Landesflagge eines Teilnehmerlandes ist. Das hätte Internationalität und Weltoffenheit gezeigt … So wies war Kleinbürgertum und Nationalismus.


Regenbogen- und Wien-Flagge

Wie gesagt, so langsam verschwinden die Flaggen wieder. Und ich hab mich gestern gefreut, als ich gesehen habe, dass die Straßenbahnen jetzt mit den Regenbogenflaggen herumdüsen. Nicht nur, weil diese so schön bunt sind, sondern weil diese Offenheit und Toleranz symbolisieren, sind die Regenbogenflaggen doch das Symbol der Lesben-, Schwulen und Transgenderbewegung. So ein Zeichen erwarte ich mir von einer Stadt!

Ring autofrei?

Samstag, Juni 28th, 2008

Die Europameisterschaft ist bald vorbei, womit die Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Wien wohl bald wieder Vergangenheit sein werden. Ob diese Einschränkungen negativ oder positiv waren muss wohl jedeR für sich selber entscheiden. Eine dieser Einschränkungen war die Komplettsperre des Rings zwischen Heldenplatz und Rathausplatz. Bereits bei Bekanntwerden dieser Sperre jubelten die Grünen und forderten, dass diese Sperre permanent wird, etwas das natürlich von den autohörigen Parteien und Organisationen aufs härteste kritisiert wurde, indem Schreckensgespenster von chaosartigen Zuständen in Wien an die Wand gemalt wurden. Inzwischen ist die EM in Gange und was ist mit den chaosartigen Zuständen? Selbst ÖVP, ÖAMTC und ARBÖ müssen zugeben, dass das Verkehrschaos ausgeblieben ist.

Straßenbahn am Ring

Auch ich selber hab die Ringsperre kritisiert, allerdings nicht wegen des fehlenden Autoverkehrs, sondern wegen der Kompletteinstellung des Straßenbahnbetriebs in diesem Bereich. Dass durch die EM-Fanzone keine Straßenbahn fahren kann ist durchaus nachvollziehbar, leider musste die Straßenbahn in einem viel größeren Bereich eingestellt werden. Da aber die Fans auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sind und auch von der Stadt dazu aufgerufen wurden die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen, finde ich dies fahrlässig. Die Straßenbahnlinie 1 (und damit auch 2) verkehren nur auf der Strecke Schottentor – Schwedenplatz – Schwarzenbergplatz – Karlsplatz, die Linie D wird über den Kai umgeleitet, der J bis zum Gürtel gekürzt und ein Schienenersatzverkehr eingerichtet, die Linie 2A komplett eingestellt. Besonders die Kürzung der Linie 1 zum Karlsplatz schmerzt, ist der Ring damit schon ab Schwarzenbergplatz Straßenbahnfrei und damit auch die Oper.

Alternativen


Bereich der EM-Fanzone

Die Stadt hätte aber die Gunst der Stunde nutzen sollen und ein paar kleine Änderungen durchführen, die den Straßenbahnverkehr nachhaltig verbessern hätten können. Die Linie J muss das Schicksal der Kürzung bis zum Gürtel sehr oft erleiden, finden doch häufig Veranstaltungen am Ring statt (Demos, Umzüge, …). Dabei könnte mit einem Betriebsgleis hinter dem Parlament eine Ausweichstrecke geschaffen werden und die Linie damit zum Dr. Karl-Renner-Ring geführt werden.
Bei der Babenbergerstraße (also Haltestelle Burgring) hätte eine Schleife errichtet werden können (zumindest temporär) und damit der Straßenbahnverkehr bis dorthin aufrecht erhalten werden. Damit wäre die Fanzone um einiges besser erreichbar gewesen. Die Kosten? Im Vergleich was andere Aktionen wie die Umgestaltung des Prater Vorplatzes oder der U2-Verlängerung zum Stadion gekostet haben, lächerlich. Vielleicht hätte diese Kosten sogar die UEFA getragen.

Ein kleiner geschichtlicher Exkurs

Bald ist die EM vorbei und damit wird wieder der Autoverkehr den Ton (bzw. Lärm) am Ring angeben, fließt dieser doch auf drei Fahrstreifen und hohen Geschwindigkeiten dahin. Eigentlich schade, wurde der Ring doch ursprünglich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Flaniermeile angelegt. An seiner Stelle waren vorher die Befestigungsanlagen der Stadt Wien, alles außerhalb war bereits Vorstadt. Rundherum war das Glacis, eine unbebaute Fläche die für Kämpfe freigehalten wurde. Dieses Gebiet wurde nach Schleifung der Befestigungsanlagen neuen Nutzungen zugeführt, Nutzungen die noch heuer viele, viele TouristInnen nach Wien locken: Stadtpark, Staatsoper, Natur- und Kunsthistorisches Museum, Volkstheater, Parlament, Rathaus, Burgtheater und Universität Wien. Der Ring wurde als Flaniermeile für den Adel angelegt, der Verkehr musste sich mit der Lastenstraße am äußeren Rand des Glacis begnügen (Rathausstraße, Getreidemarkt, Heumarkt … sprich die heutige „Zweierlinie“).
Inzwischen ist von dieser Idylle am Ring leider wenig über. Immerhin gibt es durch die Baumreihen viel Grün, aber der rasende Autoverkehr mit seinen drei Fahrstreifen zwingt die FußgängerInnen an den Straßenrand, wo sich noch dazu der Ringradweg (einer der meistbefahrenen Radwege Wiens) durchschlängelt.

Ring autofrei?

Die Grünen haben in den letzten Wochen mehrmals ihre Forderung nach einer permanenten Ringsperre wiederholt (zumindest an Sonntagen), in den letzten Tagen hat auch Hermann Knoflacher, Universitätsprofesser für Verkehr an der TU-Wien und bekannter Gegner des motorisierten Individualverkehrs, diese Forderung aufgestellt … und wurde dafür natürlich aufs schärfste kritisiert. Die Verkehrsclubs sehen das Ausbleiben des Verkehrschaos darin, dass die Leute sich halt eingeschränkt haben (Urlaub, Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel).
Der ÖAMTC überspannt den Bogen allerdings maßlos in dem er schreibt:
„Gerade in Zeiten stetig steigender Verkehrskosten ist eine
Forderung nach massiver Verkehrserschwernis ein Schlag ins Gesicht
jener Hunderttausenden Österreicherinnen und Österrreicher, die auf
die Wahl des Kfz als Träger ihrer Mobilität angewiesen sind.“

Meiner Ansicht nach braucht es gerade derzeit (Gerede über den Klimawandel, steigende Ölpreise) mutige Ideen um den Leuten zu zeigen, dass es Alternativen zum Auto gibt, ohne Einschränkung der Lebensqualität – im Gegenteil sogar, mit massiven Steigerungen der Lebensqualität.
Die Wiener Linien würden sich über die Ringsperre scheinbar freuen, nachdem sie im Artikel schreiben: „Fakt ist, die U2 hat das, was die Ringsperre möglicherweise ausgelöst hat, locker aufnehmen können“. Dies könnte man so interpretieren, dass sie auch die Straßenbahn gleich einstellen wollen. Die Wiener Linien hassen den Oberflächenverkehr scheinbar so sehr, dass jede Möglichkeit für Einstellungen sofort genutzt wird, dabei fördert dieser nachweislich die lokale Wirtschaft (die meisten Straßen die den Straßenbahnverkehr verloren haben, wurden dadurch wirtschaftlich ruiniert: Meidlinger Hauptstraße, Favoritenstraße innerhalb des Gürtels, Wiedner Hauptstraße vor dem Matzleinsdorferplatz, und und und).

Was sind meine Träume?


Las Ramblas in Barcelona

Den Ring autofrei zu machen oder zumindest extremst zu beruhigen würde diesen sehr beleben. Die Menschen (EinwohnerInnen als auch TouristInnen) könnten sich ausbreiten und das Grün mit den historischen Sehenswürdigkeiten genießen. Mein Vorbild wäre da die Las Ramblas in Barcelona: Die Menschen spazieren und genießen die Umgebung, auf den Fahrstreifen am Straßenrand kommt dann und wann ein Auto, dass aber langsam fahren muss und daher leise ist. So könnte der Ring auch sein. Der Großteil des Platzes gehört den Menschen, die sich an den Standeln und KünstlerInnen erfreuen, deneben fährt die Straßenbahn und am Rand gibt es einen gemeinsamen Fahrstreifen für Fiaker, den motorisierten Individualverkehr und den Radverkehr. Schneller muss es nicht gehen, dafür gibt es ja die Lastenstraße.

Fazit

Im Laufe der nächsten Woche wird der Ring wieder für den Verkehr freigegeben werden, womit der normale Wahnsinn wieder einkehren wird. Ich befürchte, dass sich in Wien nicht so schnell etwas ändern wird. Aber man wird doch noch träumen dürfen, oder?

Danke, liebe FLÖ!

Samstag, Juni 21st, 2008

Kurze Hintergrund-Info: Vor der gestrigen ÖH-Bundesvertretungssitzung ist die Koalition zwischen Fachschaftsliste (FLÖ), Verband sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) und Grüne & Alternative StudentInnen (GRAS) geplatzt. Infos (z.B.): http://derstandard.at/?id=3384873

In weiterer Folge wurde der FLÖ-Vorsitzende Hartwig Brandl abgewählt (er hätte an diesem Tag sein Amt an die GRAS übergeben sollen) und stattdessen hat die Aktionsgemeinschaft (AG) den Vorsitz übernommen.
Einen Bericht dazu gibts von Mati auf der Homepage der Fachschaft Informatik: http://fsinf.at/node/599

Um meinem Ärger Luft zu machen, hab ich heute folgendes Mail an die Fachschaften und Referate der HTU-Wien verfasst:

Also ich muss sagen, ich find das echt ne Frechheit die hier passiert. Es muss doch klar gewesen sein, dass die Koalition bricht, wenn Hartwig nicht wie vereinbart den Vorsitz an die GRAS übergibt. Dass die Wahrscheinlichkeit nicht allzugross ist, dass Hartwig trotzdem BV-Vorsitzender bleibt musste auch klar gewesen sein.

Das sich die Bundesvertretung gerade jetzt während der UG-Novelle in internen Kriegen zerfleischt ist sehr unklug und wird den Studierenden wahrscheinlich sehr schaden. Und jetzt ist sogar noch die AG im Vorsitz, die zum UG sicher weniger kritisch als die FLÖ ist. Danke, liebe FLÖ.

Wir haben jetzt einen AGler als BV-Vorsitzenden und als 2. Stellvertreter. Was wird jetzt noch grossartig geschehen? Nachdem die FLÖ schon bei den Wahlen zum BV-Vorsitzenden von der AG mitgestimmt hat¹ wird die AG wohl zur Wahl des/der 1. stellvertretenden Vorsitzende_n aus den Kreisen der FLÖ mitstimmen. Ich geh mal davon aus, dass dies wieder Hartwig Brandl sein wird. Damit haben wir nicht nur die AG in der Exekutive und eine FLÖ-AG-Koalition sondern erstmals seit vielen Jahren wieder ein reines Männer-Vorsitz-Team. Danke, liebe FLÖ.

Andere Optionen wirds wohl keine geben. Rein rechnerisch gibt es folgende Varianten für Koalitionen:
– VSSTÖ-GRAS-FLÖ
Hatten wir jetzt ein Jahr lang. Ein Wiederbeleben der Koalition erscheint mir ob der vorgefallenen Dinge als sehr unwahrscheinlich.
– FLÖ-AG
Klingt für mich sehr wahrscheinlich.
– VSSTÖ-GRAS-AG
VSSTÖ und GRAS werden sicher nicht mit der AG koalieren.

> Wir verstehen, dass viele dazu etwas sagen möchten. Wir bitten euch
> aber euren Unmut noch etwas im Zaum zu halten. Die Situation ist für die
> beteiligten Leute sehr anstrengend und jetzt heißt es uns zusammenzuraufen
> und an einer Lösung arbeiten, wofür wir alle Kräfte brauchen. Nach dem 30.
> stellen wir uns für Diskussionen zur Verfügung.
Ich seh nicht ein, warum ich meinen Unmut im Zaum halten soll. Die Situation war zumindest teilweise vorhersehbar. Das es für die beteiligten Leute sehr anstrengend ist glaub ich gerne. Nur: Selbst schuld. Und werd wird im Endeffekt drunter leiden? Alle Studierenden. Danke, liebe FLÖ.

Viele Leute fragen mich oft, warum die Fachschaft Informatik nicht die Fachschaftsliste unterstützt. Für mich war ein Hauptargument die Unberechenbarkeit und Machtspielerei der FLÖ. Bei den Wahlen 2005 war eines der Hauptargumente warum die Fachschaft Informatik nicht die Fachschaftliste TU-Wien unterstützt hat, dass eine Koalition mit der AG
nicht ausgeschlossen wurde. Jetzt haben wir die Koalition. Danke, liebe FLÖ.

Euer Glück ist, dass die meisten Studierenden davon nichts mitbekommen werden und auch in Zukunft brav ihr Kreuzerl bei der Fachschaftsliste machen werden.

Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde zu sein, muss man vor allem ein Schaf sein! (Albert Einstein)

¹ Ich weiss, die Abstimmung war geheim, aber es ist sehr eindeutig, dass die FLÖ-Mandatar_innen für die AG gestimmt haben.

mit zornigen Grüßen,
Skunk

Wieder Critical Mass

Donnerstag, Juni 19th, 2008
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Nicht vergessen, am Freitag, 20. Juni (also schon morgen) ist die nächste Critical Mass. Diesmal wieder unter dem Motto Naked Bike Ride. Darum: Aus dem Auto! Aus dem Gwand!

Treffpunkt: 16:30 am Margaretenplatz

Gnome-Terminal mit Xterm-Schriften

Sonntag, Juni 15th, 2008

Soda, mal ein kleiner Technik-Eintrag (damit ich mir selber merke, wie ich das umstelle). Obwohl das Gnome-Terminal in Ubuntu/Gnome wesentlich besser integriert ist, verwendete ich noch immer viel lieber die xterms … aus einem ganz simplen Grund: Die Standardschrift der xterms ist einfach unschlagbar gut zu lesen. Ein bisschen Googlen hat mich jetzt darauf gebracht, dass diese auch in Gnome-Terminals verwendbar ist. Danke an User cpitchfork im Ubuntu-Forum!

1. Ein File /etc/fonts/conf.d/69-zzz_fixedfonts.conf anlegen:
<?xml version="1.0"?>
<!DOCTYPE fontconfig SYSTEM "fonts.dtd">
<fontconfig>
<!– Enabled Fixed bitmap fonts –>
<selectfont>
<acceptfont>
<pattern>
<patelt name="family"><string>Fixed</string></patelt>
</pattern>
</acceptfont>
</selectfont>
</fontconfig>

2. fc-cache -fv (als root) aufrufen

3. Aus-/Einloggen

4. In Bearbeiten -> Einstellungen die Schriftart auf „Fixed“ „Semicondensed“ „10“ stellen.

5. Es empfiehlt sich noch in System -> Einstellungen -> Tastatur das Blinken des Cursors abzustellen.

6. Wer mutt mit durchsichtigem Hintergrund statt dem standardmäßigen schwarzen Hintergrund verwenden möchte muss in der .muttrc die color-Einträge von „black“ auf „default“ ändern.

Voila :)