Konfliktstelle Radweg Operngasse am Karlsplatz

Juli 1st, 2016

Noch ein Radkummerkastenbeitrag:

Prinzipiell finde ich es sehr gut, dass versucht wurde die Situation des Radwegs Operngasse am Karlsplatz zu verbessern. Leider muss man sagen, dass sich die Situation deutlich verschlechtert hat. Die Menge an Abbiegern von Operngasse -> Karlsplatz hat sich kaum verringert (obwohl dort ja jetzt das Abbiegeverbot herrscht), allerdings sind die Autofahrenden mehr gestresst (z.T. weil sie merken, dass sie gar nicht abbiegen dürfen, sich aber nicht zu helfen wissen; außerdem werden sie von den Geradeausfahrenden gestresst, weil sich diese behindert fühlen). Es scheinen viele Autofahrende einfach noch nicht bemerkt haben, dass sie jetzt anders fahren müssen.

Mir sind verschiedene Möglichkeiten eingefallen die Situation zu verbessern. Ich hoffe, Sie greifen einige dieser Anregungen auf.

  • Radüberfahrt Rot markieren: Die alte Radüberfahrt war rot markiert, dies sollte unbedingt wieder gemacht werden. Derzeit sind die Radfahrenden sehr unsichtbar.
  • Wegweiser auf der Fahrbahn die zum Karlsplatz und/oder Schwarzenbergplatz weisen (so wie die Wegweiser vor der Oper Richtung Graz und Linz). Ev. zusätzlich Überkopf-Wegweiser Richtung Karlsplatz und/oder Schwarzenbergplatz.
  • Bewusstseinskampagnen über Zeitung und Infoscreens: Neue Wegführung am Karlsplatz.
  • Bauliche Maßnahmen um Abbiegen zu verhindern: Schranken oder Poller, die ein Abbiegen während der Grünphase verhindern. (Okay, dieser Vorschlag ist nicht ganz ernst gemeint).
  • Das Abbiegeverbot aufheben, stattdessen getrennte Ampelschaltungen für die Radüberfahrt und den Zebrastreifen sowie für den MIV. (Dieser Vorschlag ist ernst gemeint; meiner Ansicht nach der Einzige, der eine wirkliche Lösung für das Problem darstellt – es bräuchte halt die Wiedererrichtung der Abbiegespur).

Antwort vom 25. Juli 2016:

Sehr geehrter Herr Bösch-Plepelits!

Danke für Ihr Mail und Ihren Hinweis.

Die genannte Situation sollte sich mittlerweile nach dem Umbau eingespielt haben.

Seitens der zuständigen Magistratsabteilung 46 wurden betreffend Verkehrssicherheit alle notwendigen Maßnahmen gesetzt.

Auch die Polizei ist informiert.

Mit besten Grüßen, …

Neue Gefahrenstelle: Umbau Rechte Wienzeile, Operngasse, Treitlstraße

Juli 1st, 2016

Ich hab wieder mal einen Radkummerkastenbeitrag erstellt:

Ich hab dies bereits in einem Mail an die Mobilitätsagentur bezüglich dem Radweg Getreidemarkt erwähnt, ich möchte jetzt noch einmal explizit darauf eingehen.

Ich sehe die Planung für die Kreuzungssituation Rechte Wienzeile – Operngasse – Treitlstraße als sehr kritisch. Wenn ich den Plan richtig interpretiere, soll ein Mehrzweckstreifen in der Rechten Wienzeile errichtet werden, der bis auf die Verkehrsinsel geführt wird mit folgender ampelgeregelter Radüberfahrt zur Treitlstraße.

Die Abbieger Rechte Wienzeile -> Operngasse werden aber diesen Mehrzweckstreifen kreuzen – ungeregelt! Ich verstehe nicht, wie man eine solche Planung machen kann, immerhin kommt es regelmäßig zu schweren bis tödlichen Unfällen zwischen rechtsabbiegenden LKW und Radfahrenden aufgrund der schlechten Sichtmöglichkeiten.

Ich weiss, dass die Bauarbeiten bald beginnen, aber ich bitte Sie diese Planung noch einmal zu überdenken.

Eine alternative Möglichkeit wäre:
Einen (Zweirichtungs-)Radweg statt des ersten Fahrstreifens in der Rechten Wienzeile (dort sind immerhin insg. 4 Fahrstreifen) der mit einer ampelgeregelten Radüberfahrt (schräg) zur Treitlstraße geführt wird. Der zweite Fahrstreifen wird zu einer Rechtsabbiegespur in die Operngasse, der auch ampelgeregelt wird um Konflikte zu vermeiden. Bleiben immerhin noch zwei Geradeausspuren.
Sie finden diesen Plan im Anhang.

Der Radweg sollte dann gleich bis zum Naschmarkt geführt werden (Verbindung Karlsplatz -> Naschmarkt ist sehr wichtig, vor allem wenn dann auch der Wientalradweg in der Linken Wienzeile vervollständigt wird).

Weiters sollte auch ein Zebrastreifen errichtet werden. Vor allem TouristInnen haben oft Probleme vom Karlsplatz zum Naschmarkt zu finden und laufen dann an genau dieser Stelle über die Straße. Der Zebrastreifen kann gemeinsam mit der Radüberfahrt getaktet werden.

Der Bus in der Kreuzung Getreidemarkt / Rechte Wienzeile sollte Vorgrün bekommen, damit er sich problemlos in der ersten Geradeausspur einordnen kann.

Für den motorisierten Individualverkehr ist die Situation auch besser als derzeit, da die Kurve zum Abbiegen wesentlich großzügiger ist als derzeit.

Bitte überdenken Sie diese Situation noch einmal. Und wenn nicht, haben Sie schon eine Planung, wenn sich die aktuelle als Fehler herausstellt. Ich hoffe, dass es zumindest keine Todesopfer bis dahin gibt.

Stephan Bösch-Plepelits

Antwort von der Mobilitätsagentur, 25. Juli 2016

Von der Mobilitätsagentur hab ich genau die gleiche Antwort bekommen, wie auf meine damalige Anfrage zum Getreidemarktradweg generell. Ich fühle mich ein wenig verarscht.

Hier der Auszug der für die beschriebene Situation relevant ist:

Auch beim Angebot eines Radfahrstreifens wird der Radverkehr vom motorisieren Individualverkehr getrennt geführt. Sämtliche anderen Verkehrsteilnehmer dürfen diesen Streifen der Fahrbahn nicht befahren.

Als erste Maßnahme zwecks Netzschluss mit der Treitlstraße wird der Radfahrstreifen bis zur Insel in Höhe Rechte Wienzeile und Operngasse geführt und soll dort mittels Ampel die Fahrbahn der Operngasse queren. Mittelfristig soll das ungeregelte Rechtsabbiegen von der Rechten Wienzeile in die Operngasse unterbunden werden.

Nun, wir werden sehen, was passiert. Ich denke noch darüber nach, ob ich eine Antwort schreiben soll. Der Umbau ist inzwischen im vollen Gange, da ist wohl nichts mehr zu retten. Ich werde versuchen die (von mir erwarteten) Konflikte zu dokumentieren und dann nochmal zu kummerkasten.

Radkummerkasten: Kreuzung Hütteldorfer Straße – Schanzstraße – Schmutzergasse

Mai 2nd, 2016

Im April 2016 hat die Radlobby Bezirksgruppe Wien15 eine Befahrung der Radroute Schönbrunn – Schmelz durchgeführt, dabei fanden wir bei der Kreuzung Schmutzergasse – Schanzstraße – Hütteldorfer Straße einige Probleme und hoffen, dass diese behebbar sind. Wir hatten auch Ideen für eine alternative Planung, die mit wenigen Maßnahmen umzusetzen ist und die Befahrbarkeit deutlich erhöhen kann.

Die Radroute Schönbrunn – Schmelz ist eine Basisroute des Wiener Hauptradverkehrsnetzes. Entsprechend gut sollte diese Route auch ausgebaut sein.

1. Wenn man aus der Schmutzergasse von Norden kommt, muss man sich auf der Schanzstraße auf der Fahrbahn einordnen. Dies ist nicht legal möglich, da man eine Sperrlinie zwischen den Fahrbahnen der Schanzstraße überfahren muss (siehe Abb. 2 und Abb. 3). Der Wegweiser nach Schönbrunn zeigt einfach nach links, nicht-ortskundige werden wohl – aufgrund der Sperrlinie – eher gegen den Einrichtungsradweg auf der Verkehrsinsel im Kreuzungsbereich fahren. Hier wäre eine zusätzliche Wegweisung für Radfahrende sinnvoll, zum Beispiel eine rote Fläche die vor bis zur Haltelinie zur Hütteldorfer Straße geht.

2. Bei Ampel-Rückstau in der Schanzstraße ist es oft unmöglich sich einzureihen und man muss auf dem schmalen Mittelstreifen stehen bleiben und warten. Wenn sich der Rückstau in der Grünphase zu bewegen beginnt ist es auch nicht leicht sich einzuordnen, immerhin muss man einen Fahrstreifen queren. Überhaupt ist die Fahrbahn sehr schmal, es gibt nur im vordersten Bereich vor der Haltelinie eine kleine Aufstellfläche für Radfahrende.

Außerdem kommt es immer wieder zu Konflikten mit PKW die von der Schanzstraße stadteinwärts kommend in die Schmutzergasse abbiegen oder in die stadtauswärts führende Fahrbahn umdrehen.

Für ungeübte Radfahrende ist diese Relation also nicht akzeptabel.

3. Der Einrichtungsradweg auf der Mittelinsel Richtung Norden endet derzeit mit einem Linksabbiegepfeil. Um in die Schmutzergasse zu fahren – was ja die Radroute ist – muss man aber gerade über die Fahrbahn fahren. Hier sollte also ein Geradeaus-Links-Pfeil aufgemalt werden. (siehe Abb. 3)

4. Dies wird erschwert durch die mangelhafte Wegweisung in diesem Bereich. Der einzige Wegweiser Richtung Schmelz befindet sich auf dem Einbahnschild im östlichen Bereich der Schmutzergasse und ist nur aus Richtung der Fahrbahn zu sehen. Es ist also für Radfahrende die aus Richtung Süden kommen unmöglich zu sehen (siehe Abb. 4). (Erschwerend kommt hinzu, dass das Einbahnschild ein bisschen verdreht zu sein scheint). Hier sollte auf jedenfall ein Wegweiser unter dem Radweg-Ende-Schild angebracht werden.

5. Die Grünphase der Querung Hütteldorferstraße ist gleichzeitig mit dem FußgängerInnenübergang über die Schanzstraße, Fahrbahn stadtauswärts. Radfahrende rechnen nicht damit, dass hier die FußgängerInnen kreuzen, daher kommt es immer wieder zu Konflikten.

Es sollte kein Problem sein, die Ampelphase für den MIV Hütteldorfer Straße – Schanzstraße zu verkürzen, da hier wesentlich weniger Verkehr ist als in der Hütteldorfer Straße selbst – die Grünphasen sind gemeinsam und daher exakt gleich lang.

Man könnte die derzeitige Grünphase der Fahrbahn Hütteldorfer Straße – Schanzstraße zweiteilen: Zuerst die FußgängerInnenquerung über diese Fahrbahn, damit FußgängerInnen die bereits warten mit einem Zug beide Zebrastreifen queren können. Danach könnte der MIV Grün bekommen bis zum Ende der jetzigen Grünphase, damit der MIV abfliessen kann und keinen Rückstau über die Kreuzung mit der Johnstraße verursacht.

6. Es wäre gut, wenn die Radüberfahrt ein paar Sekunden vor der Schanzstraße grün bekommen könnte, um Konflikte MIV – Radfahrende zu vermeiden.

7. Bessere Wegweisung. Auf die mangelnde Wegweisung hab ich schon bei Punkt 3. hingewiesen. Um ortsunkundige Radfahrende durch diese Kreuzung zu weisen sollten zumindest noch die folgenden Wegweiser angebracht werden:

Richtung Schönbrunn:
* Nach der Querung Hütteldorfer Straße ein Wegweiser nach rechts auf den Radweg.
* Bei der Kreuzung Hütteldorfer Straße # Schanzstraße nach links in die Sturzgasse.

Richtung Schmelz:
* Bei der Kreuzung Hütteldorfer Straße # Schanzstraße nach rechts auf den Radweg.
* Bei der Radüberfahrt über die Hütteldorfer Straße nach links auf die Radüberfahrt.
* Beim Ende des Einrichtungsradweges in der Schanzstraße unter dem Radweg Ende ein Wegweiser nach rechts in die Schmutzergasse (siehe Punkt 3).

8. Nachdem das Benützen der stadteinwärtigen Fahrbahn Schanzstraße nicht tauglich für ungeübte RadfahrerInnen ist (siehe Punkt 2), schlage ich folgende bauliche Änderung vor:

Den Einrichtungsradweg auf der Mittelinsel umzudrehen, sodass die Route hier jetzt südwärts verläuft. Die nordwärts fahrende Route könnte gleich nach dem FußgängerInnenübergang Schanzstraße stadtauswärts in die Schanzstraße eingeordnet werden, da ja der MIV hier während der Grünphase der Radüberfahrt über die Hütteldorfer Straße sowieso rot hat und daher keine Konflikte entstehen können. (siehe Abb. 4 und Abb. 5)

Zusätzlich sollte man den FußgängerInnenübergang zwischen den Fahrbahnen Schanzstraße etwas verschwenken, um eine Aufstellfläche für die Radfahrenden zu erhalten. Ein Zebrastreifen in der Konfliktzone RadfahrerInnen und FußgängerInnen ist sicher eine gute Idee.

Der einzige Nachteil dieser Lösung ist, dass es zu Konflikten zwischen abbiegenden PKW aus der Schanzstraße in die Hütteldorfer Straße stadteinwärts kommen kann (die gibt es derzeit auch schon für die nordwärts fahrenden RadfahrerInnen). Vorgrün für die Radüberfahrt würde diese Problematik reduzieren (siehe Punkt 5).

Zusammenfassung:
1. Südwärtsfahrend, muss eine Sperrlinie überfahren werden -> bessere Wegweisung
2. Südwärtsfahrend, Einordnen auf Schanzstraße nicht akzeptabel
3. Nordwärtsfahrend, Ausfahrpfeil aus Einrichtungsradweg korrigieren
4. Nordwärtsfahrend, Wegweiser in die Schmutzergasse fehlt
5. Nordwärtsfahrend, Konflikte mit FußgängerInnen auf Mittelinsel wegen gleichzeitiger Grünphase -> Ampelphase anpassen.
6. Nordwärtsfahrend, Vorgrün für Radüberfahrt.
7. Diverse fehlende Wegweiser.
8. Alternativplanung: Einrichtungsradweg umdrehen, Mitbenutzen der stadtauswärtigen Fahrbahn, Verschwenken FußgängerInnenübergang Schanzstraße.

Angehängt finden sie ein PDF mit folgenden Bildern:
1. Übersichtsplan der Radroute in diesem Bereich, wo die Problemstellen markiert sind.
2. Foto aus der Schmutzergasse auf die Schanzstraße in Richtung Hütteldorferstraße. Die Sperrlinie ist rechts vorne teilweise erkennbar. (siehe Punkt 1).
3. Foto vom Einrichtungsradweg in Richtung der Radroute. Der rote Kreis links markiert den Linksabbiegen-Pfeil auf die Schanzstraße (siehe Punkt 3). Der rote Kreis rechts markiert den Wegweiser Richtung Schmelz – der nur von der anderen Seite zu lesen ist (siehe Punkt 4).
4. Alternative Planung (siehe Punkt 8)
5. Visualisierung der umgestalteten Mittelinsel: von links hinten kommt der Einrichtungsradweg (der derzeit eben in die umgekehrte Richtung verläuft). Der Radfahrstreifen in die Schanzstraße verschwenkt nach dem Zebrastreifen auf die Fahrbahn. Der FußgängerInnenübergang ist etwas verschwenkt um Aufstellflächen in beide Richtungen zu erhalten, außerdem ein Zebrastreifen für den Konfliktbereich.

Verkehrsberuhigung Goldschlagstraße

April 10th, 2016

Ich wurde auf eine geplante Verkehrsberuhigung in der Goldschlagstraße aufmerksam gemacht. Hier meine Anregungen die ich dazu geschickt hab:

S.g. Bezirksvorstehung Rudolfsheim-Fünfhaus!

Großteils mit Begeisterung hab ich die Präsentation zur geplanten Verkehrsberuhigung Goldschlagstraße gelesen! Ich hab früher in diesem
Gebiet gewohnt und komme noch immer regelmäßig vorbei, insofern hab ich
spezielles Interesse an diesem Gebiet. Leider hab ich von den
Informationsveranstaltungen nichts mitbekommen, sonst wäre ich bei
Möglichkeit hingekommen.

Ich denke, wenn es hier gelingt ein neues lebenswertes Viertel zu schaffen,
könnte dies ein Best Practice Beispiel werden wie Verkehrsberuhigung in
Wien zukünftig aussehen kann.

Ein paar Anregungen hätte ich dennoch:

* Sie wollen den Durchgangsverkehr ja auf die Hauptstraßen bündeln - das
  finde ich sehr wichtig. Ich verstehe aber nicht, warum dann 3 von 4
  Ost-West Straßen zwischen Stadthalle und Westbahnhof Durchgangsstraßen
  sein müssen. Würde es nicht reichen, wenn der Verkehr nur auf
  Felberstraße und Hütteldorfer Straße gebündelt würde? Die
  Straßenbahnlinien 9 und 49 würden es danken, wenn sie zukünftig
  unabhängig vim MIV Durchgangsverkehr verkehren könnten. Erst letztens
  mussten beide wegen eines Verkehrsunfalls in der Märzstraße eingestellt
  werden.

* Eigentlich würde es Sinn machen gleich das ganze Gebiet innerhalb eines
  "Durchgangsverkehrs-Cluster" zu verkehrsberuhigen, also das Gebiet:
  Gürtel - Schweglerstraße bzw. Felberstraße - Hütteldorfer Straße.
  Zumindest die Ausweitung zur Hütteldorfer Straße würde wirklich Sinn
  machen, da Sie dieses Gebiet verkehrlich sehr verbunden ist, was man auch
  daran sieht, dass es für die Einbahnlösungen mitgedacht werden muss.

* Die Oberflächenneugestaltung wie auf Seite 35 finde ich sehr attraktiv,
  mir fehlen allerdings Radabstellplätze und Sitzgelegenheiten. Ich finde,
  es sollte mindestens so viele Radabstellplätze wie PKW-Parkplätze geben,
  und bei jedem zweiten Baum ein Bankerl.

In gespannter Erwartung, wie das Ergebnis aussehen wird ...

Kommentar Planung Getreidemarkt/Wienzeile

April 5th, 2016

Kurzfassung

Der geplante Radweg/-streifen am Getreidemarkt hat großes Konfliktpotential. Warum nicht die Relation Getreidemarkt -> Operngasse über den östlichen Getreidemarkt führen und dafür einen ordentlichen Radweg zwischen Treitlstraße und Lehárgasse errichten?

Worum geht’s?

Letzte Woche wurde ja das Radbauprogramm 2016 vorgestellt und am ARGUS Bikefestival war sogar die Detailplanung für zwei der Maßnahmen ausgestellt (wieso werden die nicht im Internet veröffentlicht? – gottseidank hat ihn jemand abfotographiert): Lückenschluss Ring-Radweg beim Schottentor und der Plan für die Fortsetzung des Radstreifens Richtung Karlsplatz.


12928312_10201534676284809_7705512536316111675_nQuelle: Facebook

Ich hab am Bikefestival auch Herrn Blum zu diesen Planungen befragt – unter anderem die mir am meisten brennenden Frage, warum hier kein Zweirichtungsradweg kommt. Immerhin würde dies endlich die katastrophale Anbindung vom Karlsplatz in den 6. Bezirk (wo genau am Getreidemarkt viele TU-Institute und das TU-Audimax sind) beheben.

Ich hab erfahren, dass es Planungen für einen Einrichtungsradweg/-streifen am östlichen Getreidemarkt gibt mit einer Querung über den Getreidemarkt auf Höhe der Lehárgasse (oder erst auf Höhe der Einfahrt zur TU?). Ich hab dann leider nicht weitergefragt, wann dies denn umgesetzt werden soll, und warum nicht schon heuer. Außerdem wäre interessant, ob die Lehárgasse dann für das Radfahren gegen die Einbahn geöffnet wird und ob das bei den derzeitigen Umbauten bereits mitgeplant wurde.

Konfliktstellen

Ich hab über den Plan nachgedacht und diverse Konfliktstellen identifiziert:

  • Ausfahrt Lehárgasse: Hier wird der Radstreifen/-weg wahrscheinlich die meiste Zeit von wartenden PKWs blockiert werden (zumindest ist das derzeit so). Hier sollte entweder eine Sackgasse geschaffen werden oder eine Ampel oder zumindest auf andere Arten die Durchfahrt durch die Lehárgasse verhindert werden (die meisten PKWs wollen sich ja die Ampel Getreidemarkt/Gumpendorferstraße ersparen). Ev. Einbahn im Bereich Gumpendorferstraße – Millöckergasse umdrehen. Oder die gesamte Einbahn umdrehen, allerdings wären Abbieger aus dem Getreidemarkt auch nicht unproblematisch (von wegen toter Winkel).
  • Bereich Naschmarkt, rechte Wienzeile: Die Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen (RVS) sehen bei der Dichte an Verkehr und den gefahrenen Geschwindigkeiten ausschließlich eine Trennung des Radverkehrs vor. Ein Radstreifen ist inakzeptabel.
  • Kreuzung rechte Wienzeile / Operngasse: Hier wird der Radstreifen über die Abbiegespur auf die Verkehrsinsel geführt mit einer Überfahrt zur Treitlstraße. D.h. PKWs müssen den Radstreifen beim Abbiegen kreuzen. Derzeit fahren die meisten RadfahrerInnen (also ich und die meisten die ich dabei beobachtet hab) am linken Rand der rechtesten Spur um zu verhindern geschnitten zu werden. Das ist dann wohl nicht mehr möglich. Ich prophezeie schwere Unfälle, weil hier der tote Winkel ein Problem ist.

Alternativen?

Ich hab lange über diese Probleme nachgedacht. Und mir ist eine Lösung eingefallen. Warum nicht den Abbieger Getreidemarkt -> rechte Wienzeile -> Operngasse zu streichen und durch eine Fahrspur auf der östlichen Seite des Getreidemarktes ersetzen, der dann direkt in die Operngasse mündet? Man müsste halt die Parkplätze auflassen und im untersten Bereich etwas vom Aufenthaltsbereich wegnehmen. Dann kann man die Geradeausspuren am Getreidemarkt auf einen (statt zwei) reduzieren und gewinnt Platz für einen Zweirichtungsradweg. Außerdem sollte bei der Querung über die Operngasse ein FußgängerInnen-Übergang errichtet werden, damit die TouristInnen nicht mehr verzweifelt den Weg zum Naschmarkt suchen müssen. Im Plan hab ich außerdem den fehlenden Naschmarktradweg eingezeichnet (dieser sollte ja bei aktuellen Planungen im Bereich immer mitgedacht werden – ewig wird sich die Stadt nicht dagegen wehren können).

getreidemarkt_fahrstreifenQuelle: Stadt Wien, eigene Bearbeitung

Abbieger aus der rechten Wienzeile müssen halt eine Runde über die Friedrichstraße fahren (das können ja nicht so viele sein). Die zusätzliche Ampelphase bei der Kreuzung Friedrichstraße / Getreidemarkt Ost müsste für eine Radquerung auch kommen.

Vielleicht kommt ja doch noch eine zukunftsfähige Lösung am Getreidemarkt? Hab diesen Vorschlag übrigens an die Mobilitätsagentur geschickt. Bin gespannt auf Kommentare …

1. Reaktion, 22. April 2016

Sehr geehrter Herr Bösch-Plepelits!

Danke für Ihr Mail und Ihre Anfrage, die wir an die zuständige Magistratsabteilung 46 weitergeleitet haben.

Mit besten Grüßen Susanne Reichard

Mobilitätsagentur Wien GmbH Projekte und Kooperationen

2. Reaktion, 22. Juni 2016

Sehr geehrter Herr Bösch-Plepelits!

Nochmals Danke für Ihr Mail betreffend Radfahrstreifen am Getreidemarkt, das wir zur Stellungnahme an die zuständige Magistratsabteilung 46 weitergeleitet haben:

Die MA 46 teilt dazu folgendes mit:

Zur Frage warum kein Zweirichtungsradweg am Getreidemarkt zur Ausführung gelangen wird ist anzumerken, dass im Verlauf der ehemaligen Zweier-Linie Einrichtungsradwege angeboten werden.
Mit der Errichtung des Radweges wird noch keine Querungshilfe auf Höhe der Lehargasse über den Getreidemarkt angeboten. Erst wenn der Streckenabschnitt zwischen der Lehargasse und Mariahilfer Straße gebaut wird, soll eine Querung, die die Bezirke Mariahilf und Innere Stadt verbindet, angeboten werden.

Ob die Einbahnstraße Lehargasse für den Radverkehr in beiden Fahrtrichtungen geöffnet wird, muss noch geprüft werden.

Den Vorschlag die Einmündung der Lehargasse in den Getreidemarkt zu unterbinden, kann nicht näher getreten werden. Denn nach der Lehargasse befindet sich am Getreidemarkt jetzt eine Hotelvorfahrt für Busse. Diese Hotelvorfahrt wird nach dem Bau des Radweges in die Lehargasse verlegt. Solle dem Vorschlag näher getreten werden, könnte diese Vorfahrt nicht mehr angeboten werden. Auch eine Einbahnänderung würde die Verkehrssituation nicht verbessern, da dann sämtlicher Verkehr über die Gumpendorfer Straße abfließen müsste und somit neues zusätzliches Verkehrsaufkommen generiert wird.

Auch beim Angebot eines Radfahrstreifens wird der Radverkehr vom motorisieren Individualverkehr getrennt geführt. Sämtliche anderen Verkehrsteilnehmer dürfen diesen Streifen der Fahrbahn nicht befahren.

Als erste Maßnahme zwecks Netzschluss mit der Treitlstraße wird der Radfahrstreifen bis zur Insel in Höhe Rechte Wienzeile und Operngasse geführt und soll dort mittels Ampel die Fahrbahn der Operngasse queren. Mittelfristig soll das ungeregelte Rechtsabbiegen von der Rechten Wienzeile in die Operngasse unterbunden werden.

Das Auflassen eines Fahrstreifens am Getreidemarkt ist eine sehr ambitionierte Maßnahme, denn in Richtung Karlsplatz fahren täglich durchschnittlich 23.000 Kraftfahrzeuge. Eine Reduktion um einen weiteren Fahrstreifen hätte massive negative Auswirkungen auf das angrenzende sekundäre Straßennetz.

Auch für den Bereich des Nachmarktes zwischen dem Getreidemarkt und der Köstlergasse wurden Planungen für die Schaffung einer Radfahranlage durchgeführt. Der notwendige Planungsprozess für eine Umsetzung dieser Radfahrinfrastruktur ist noch nicht abgeschlossen.

Mit besten Grüßen
Susanne Reichard

Mobilitätsagentur Wien GmbH
Projekte und Kooperationen

Offener Brief Radwegebauprogramm 2016

April 1st, 2016

S.g. Frau Vassilakou! Liebe Wiener Grünen!

Ich hatte große Hoffnungen (leider eh keine Erwartungen) für den zukünftigen Radverkehr in Wien. Insofern bin ich vom aktuellen Radwegebauprogramm 2016 sehr enttäuscht. Die einzigen Highlights sind die Goldschlagstraße im 15. Bezirk und die Entflechtung des Wientalradweges bei der Längenfeldgasse.

Getreidemarkt

Besonders enttäuscht bin ich vom angekündigten Radweg am Getreidemarkt. Soweit ich das verstehe, wird der als Einrichtungsradweg ausgeführt, ohne Änderung der Fahrspuren. Es wäre so wichtig, dass endlich eine Verbindung vom Karlsplatz zur Lehargasse geschaffen wird, da dort ein Standort der TU-Wien mit vielen Instituten und dem TU Audimax ist, d.h. diese Route nehmen mehrere tausend Studierende täglich (hauptsächlich zu fuss). Wenn hier nur ein Einrichtungsradweg errichtet wird, ist weiterhin ein Umweg über Nibelungengasse – Eschenbachgasse (700m vs. 300m) notwendig.

Meines Erachtens ist die einzig logische Variante ein Zweirichtungsradweg zwischen Lehargasse (besser Museumsquartier) – Getreidemarkt – Rechte Wienzeile zur Treitlstraße auf der westlichen Seite, so wie es auch das Institut für Verkehrswissenschaften in ihrem Diskussionspapier vorschlägt. Die Lehargasse sollte dann für das Radfahren gegen die Einbahn geöffnet werden.

Ein Einrichtungsradweg (oder Mehrzweckstreifen) am Getreidemarkt auf der östlichen Seite löst das Problem nicht, er würde nur zusätzliche Ampelwartezeiten schaffen. Eine Querung bei der Lehargasse wird wohl nicht möglich sein.

Zukunft?

Im STEP 2025 wurde als Zielvorgabe für den Radverkehrsanteil im Modal Split 20% angenommen, bei derzeit etwa 7%. Die Radinfrastruktur in Wien steht damit vor großen Herausforderungen. Es gibt in Wien kaum Radrouten die nicht größere Mängel aufweisen, z.B. Lange Ampelwartezeiten (z.B. Gürtelradweg), Konfliktstellen mit dem FußgängerInnenverkehr (z.B. Ringradweg), Schmale Einrichtungsradwege auf denen Überholen schwierig ist (Museumsstraße, Praterstraße).

Meines Erachtens gibt es aber zwei Maßnahmen die besonders wichtig wären um den Radverkehr in der Stadt weiterzubringen, und hier darf einfach nicht noch eine Legislaturperiode ohne Lösung vergehen (2017 geht wohl noch, aber 2018 ist wieder beginnender Wahlkampf):

Verbindung Hauptroute West ins Zentrum

Der Wientalradweg wird derzeit gerade zu einer Rad-Langstrecke ausgebaut. Das ist gut und richtig, es fehlt aber das große Problem des Wientalradweges: die Verbindung zum Zentrum. Im Plan zur Langstrecke findet sich immerhin eine solche Markierung.

Derzeit endet der Radweg bei der Köstlergasse und man muss entweder auf den Getreidemarkt (Umweg zur Oper: 300m, viel zu viel MIV – motorisierter Individualverkehr) oder über die Kettenbrückengasse – Margaretenstraße – Operngasse (Umweg zur Oper: 500m) ausweichen.

Die logische Maßnahme wäre den bestehenden Zweirichtungs-Radweg in der linken Wienzeile bis zur Oper zu verlängern.

Südgürtel

Da wurde über Jahre der Hauptbahnhof am Südtirolerplatz neu gebaut, was aber noch immer fehlt ist die Anbindung über den Gürtel mit dem Rad nach Westen. Der derzeit bestehende Gürtelradweg endet in einem Parkplatz ein gutes Stück westlich vom Matzleinsdorferplatz.

Im Hauptradwegenetz ist zwar eine Verbindung über Grünwaldgasse – Wiedner Hauptstraße – Gassergasse und Schelleingasse ausgewiesen, diese erlaubt aber kein schnelles Weiterkommen.

Hier sollte dringend eine Verbindung direkt am Gürtel errichtet werden, am besten in der Nebenfahrbahn auf Seite des 4. und 5. Bezirkes. Wichtig ist, dass diese in beide Richtungen beradelbar ist.

Fazit

Ich denke, wenn es die Stadtregierung schafft, diese zwei Maßnahmen in dieser Regierungsperiode umzusetzen, dann ist ein Meilenstein im Radverkehr gesetzt und es ist möglich den Modal Split im Radverkehr entsprechend der Zielvorgaben zu erhöhen – und vielleicht sogar zu übertrumpfen. Wenn dies nicht möglich ist, dann ist das vor allem ein Armutszeugnis für eine grüne Regierungsbeteiligung in Wien.

Referenzen

1. Reaktion, Mail am 1.4. nachmittags:

Sehr geehrter Herr Bösch-Plepelits!

Vielen Dank für Ihre E-Mail vom 01. April 2016 an Frau Vizebürgermeisterin und amtsführende Stadträtin Mag.a Maria Vassilakou.

Die Stadt Wien hat am 01. Jänner 2013 die Mobilitätsagentur gegründet, um den Kontakt mit den BürgerInnen Wiens zu verbessern und ihre Wünsche und Anliegen schneller und effizienter bearbeiten zu können. Wir haben Ihr Schreiben deshalb an die Mobilitätsagentur weitergeleitet und diese wird sich so rasch wie möglich Ihrem Anliegen annehmen.

Mit freundlichen Grüßen
Claudia Smolik

Büroleiterin
Büro Vizebürgermeisterin und amtsführende Stadträtin Mag.aVassilakou
Geschäftsgruppe Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung

Anmerkung

Über diese Weiterleitung bin ich nicht besonders glücklich. Für mich ist jetzt die Politik gefordert und ich hab jetzt das Gefühl, dass ich nur eine “beamtete” Antwort zurückbekomme. Aber lassen wir uns überraschen …

2. Reaktion, Mail am 22. April 2016

Sehr geehrter Herr Bösch-Plepelits!

Danke für Ihr Mail, das vom Büro von Frau Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou an uns weitergeleitet wurde.

Danke vor allem auch für Ihr Feedback zur Radverkehrsplanung in Wien und dem aktuellen Bauprogramm.

Das Miteinander und die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer bei der Planung und der Sicherstellung der Verkehrssicherheit zu berücksichtigen, ist eine große Herausforderung, die in der Praxis leider oft Kompromisse verlangt. Dabei nimmt natürlich der Radverkehr eine wichtige Stellung ein, denn Ziel der Stadt Wien ist es ja, den Radverkehrsanteil deutlich zu erhöhen. Das Wiener Radverkehrsnetz wird daher laufend erweitert, wobei natürlich die Verbesserung der Verkehrssicherheit und Lückenschlüsse eine große Rolle spielen.

Zu den einzelnen erwähnten Punkten können wir Ihnen nach Rücksprache  wie folgt mitteilen:

Ad Getreidemarkt:

Ein Mail von Ihnen dazu ist ja ebenfalls bei uns in der Mobilitätsagentur eingelangt. Dieses wurde – wie Ihnen mitgeteilt – zur Prüfung an die zuständige Magistratsabteilung 46 weitergeleitet. Wir halten Sie gerne am Laufenden.

Ad Langstrecke West/Linke Wienzeile/Naschmarkt:

Derzeit sind Überlegungen für einen Radweg-Netzschluss im Bereich Wienzeile/Naschmarkt in Prüfung. Die konkreten Detailplanungen dazu sind aber noch nicht abgeschlossen.

Südgürtel:

Zum genannten Bereich gibt es eine Machbarkeitsstudie der Magistratsabteilung 18. Details dazu liegen derzeit allerdings noch nicht vor, da die diesbezüglichen politischen Entscheidungen noch offen sind.

Mit besten Grüßen
Susanne Reichard

Ring 150+

April 29th, 2015
Ringstrasse neu (© Barcelona Regional)

Ringstrasse neu (© Barcelona Regional)

Gestern war ich bei einer Veranstaltung der Wiener Mobilitätsagentur, die anlässlich des 150-jahr Jubiläums der Eröffnung der Wiener Ringstraße in die Zukunft blicken wollte. Dazu gab es Präsentationen zweier internationaler Stadtplanungsteams und einer anschließenden Podiumsdiskussion. Hier ein paar Gedanken meinerseits dazu.

Was von beiden Teams als das größte Problem identifiziert wurde ist die starke Autodominanz am Ring. Das ist auch mein größter Kritikpunkt: Warum ist es notwendig eine Autobahn auf der angeblich “schönsten Straße der Welt” zu haben? Auch die Gestaltung der Aufenthaltsräume ist minderwertig: Banaler Asphaltbelag; keine klare Strukturierung; jede Menge Kleinzeug: Straßenschilder, Mistkübel, Würstelstände – alles total heterogen angeordnet. Es ist total mühsam den Ring zu queren: Zuerst Gehsteig, dann Seitenfahrbahn durch parkende Autos, dann wieder Gehsteig mit Radweg, dann Warten an der Ampel an der Hauptfahrbahn und dann nochmal das Ganze.

Nun, wie kann die Zukunft aussehen? Also meiner Meinung nach (und das war auch so im Raum gestern) kann das Ziel nicht eine zukünftige Vision sein die dann innerhalb weniger Jahre umgesetzt wird – so wie es vor 150 Jahren war (und vermutlich auch ab den 1950er Jahren so war, als das derzeitige Straßenlayout geschaffen wurde). Gestaltungen sind immer Work-in-progress.

Die Frage ist nur: Wo anfangen?

Die Hauptidee gestern war: Mit den Anrainer_innen der Ringstraße (also: Staatsoper, die Museen, Parlament, Rathaus, Universitäten, …) anfangen und versuchen diese der Öffentlichkeit zu öffnen. Meiner Ansicht nach ist das nicht so wichtig und kann nur Teil der Zukunft sein.

Gestern war der Wunsch, dass die Straße “den Menschen” gehören solle – Da bin ich voll dabei. Der motorisierte Individualverkehr (MIV) soll nur ein Gast auf der Ringstraße sein und nicht der Herrscher. Meines Erachtens ist dies der Knackpunkt und hier sollte begonnen werden.

Welche kurzfristigen Optionen für eine Re-organisation des MIV gibt es?

Nun, dass der MIV nicht auf die Existenz der Ringstraße angewiesen ist (richtig analysiert gestern) hat die EM2008 gezeigt, als der Ring gesperrt wurde. (Gestern wurde dafür plädiert, die EM2008 als “Öffnung des Ringes” zu bezeichnen. Nein. Hier wurde nichts geöffnet, da ja der gesamte Ring mit 2m hohen Sperrgitter vollgestellt wurde und auch die Straßenbahn in diesem Bereich eingestellt wurde. Schlechtes Vorbild).

Mit einer Testphase, wie denn der Ring als Begegnungszone aussehen könnte, wäre ich vorsichtig. Dies hat bei der Mariahilferstraße schon nicht geklappt. Das Problem ist, dass sich die Menschen danach bewegen wie der Raum gestaltet ist und nicht, wie er gestaltet sein könnte.

Ich bin dafür die Ringstraße auf einen Fahrstreifen (mit 30 km/h!) zu reduzieren und links und rechts davon (also zwischen den Straßenbahngleisen) Radstreifen anzulegen. Der Ring ist derzeit schon eine der am stärksten befahrenen Radrouten und die ständigen Konflikte zwischen Fußgänger_innen und Radfahrer_innen können ganze Heute und Österreich Zeitungen füllen. So würde die Attraktivität der Radroute massiv steigen und die Konflikte von einem Tag auf den anderen aufhören. Den Füßgänger_innen steht somit auch auf einen Schlag deutlich mehr Platz zur Verfügung – welcher dann auch neu gestaltet werden kann.

In Bereichen wo die Fahrbahn zu breit ist (z.B. vor der Oper) wäre es denkbar auch den MIV in beiden Richtungen anzulegen. Eine Einbahn mit zwei Richtungsfahrstreifen würde nur zur Raserei verleiten. Eine Veränderung der Straßenbahngleise kommt in der Anfangsphase nicht in Frage. Gleise zu verlegen ist viel zu aufwendig.

Welche längerfristigen Optionen existieren?

Nun, ich denke was erhalten bleiben sollte wäre die Verwendung für Aufmärsche, Promenaden und Demonstrationen. Dafür ist es wichtig, die lineare Struktur in einer gewissen Breite zu erhalten. Insofern seh ich das oben gewählte Bild nicht als mögliche Zukunftsvision.

Bei einer Re-organisation der Straßenbahn würde ich die Gleise an den äußeren Rand nebeneinander verlegen. Dann ist weniger “Ring” zu queren und würde den zentralen Bereich freilassen. Kleinere Veranstaltungen müssten dann die Straßenbahn nicht behindern.

In weiterer Folge kann man sicher darüber nachdenken eine Begegnungszone einzurichten. Dem MIV würde ich zumindest einen Fahrstreifen zuweisen, möglicherweise in abwechselnder Einbahn um Durchzugsverkehr zu verhindern.

Was natürlich zu bedenken ist, dass es verschiedenste Nutzer_innen gibt, die bis jetzt gar nicht erwähnt wurden: Fiaker, Reisebusse zum Ein- und Aussteigen, Tourismus-Panoramabusse, Taxi, Obdachlose, Arbeiter_innen (Würstelstände, …) … Die müssen da natürlich alle irgendwie unter einen Hut gebracht werden.

Ich bin gespannt auf die Zukunft.

Juni 12th, 2014

On the SOTM-EU 2014 conference in Karlsruhe, Germany I presented the pgmapcss library, which I developed during the last year. Here are the slides:

pgmapcss – adv cartography for mapnik

MapCSS – ein neuer Standard für Kartographie

Mai 9th, 2014

Heute habe ich wieder mal die Ehre einen Vortrag auf den Linuxwochen in Wien zu halten. Dieses mal möchte ich die Kartographie-Sprache “MapCSS” vorstellen, mit denen man (z.B. aus der OpenStreetMap) Karten erzeugen kann. Der Vorteil von MapCSS ist, dass sie auf verschiedenen Plattformen verfügbar ist, leider mit großen technischen Unterschieden.

Hier können die Folien heruntergeladen werden: MapCSS – ein neuer Standard für Kartographie

Vortrag “OpenStreetMap – Kartographie für alle Zwecke”

Oktober 9th, 2013

Morgen, den 10.10.2013 werd ich wieder mal einen Vortrag über die OpenStreetMap halten, diesmal auf der “Shareconomy” Konferenz der Arbeitsgemeinschaft Datenverarbeitung.

Hier mein Abstract:

Am Anfang stand der Wunsch eine lizenzkostenfreie Straßenkarte der Welt zu erstellen und die OpenStreetMap war geboren – quasi die “Wikipedia der Landkarten”. Zuerst wurde sie von den großen kommerziellen Unternehmen belächelt – besonders aufgrund ihres scheinbar unstrukturierten simplifizierten Datenmodells. Schnell hat sich aber eine schier unüberschaubare Datenvielfalt etabliert, die sehr differenzierte thematische Karten ermöglicht – Karten historischer
Sehenswürdigkeiten, Radwegkarten, Karten für Personen mit eingeschränkter Mobilität oder speziell angepasste Karten für humanitäre Katastrophenfälle sind nur ein paar der Möglichkeiten.
Außerdem hat sich rund um die OpenStreetMap ein riesiges Ökosystem an Software entwickelt – das meiste davon natürlich Open Source. Schließlich wollen Daten gesammelt, eingetragen, abgezeichnet und vor allem weiterverarbeitet und schließlich dargestellt werden. Die großen Datenmengen stellen auch besondere Anforderungen an die Datenbanksysteme.
Die OpenStreetMap bildet inzwischen die Basis für einige erfolgreiche Unternehmen. Außerdem kann sie gut mit Open Data Initiativen kombiniert werden. Last but not least gibt es viele wissenschaftliche Projekte die sich mit diesen Daten auseinandersetzen.

Hier finden sich die Folien:

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