Kommentar Planung Getreidemarkt/Wienzeile

April 5th, 2016

Kurzfassung

Der geplante Radweg/-streifen am Getreidemarkt hat großes Konfliktpotential. Warum nicht die Relation Getreidemarkt -> Operngasse über den östlichen Getreidemarkt führen und dafür einen ordentlichen Radweg zwischen Treitlstraße und Lehárgasse errichten?

Worum geht’s?

Letzte Woche wurde ja das Radbauprogramm 2016 vorgestellt und am ARGUS Bikefestival war sogar die Detailplanung für zwei der Maßnahmen ausgestellt (wieso werden die nicht im Internet veröffentlicht? – gottseidank hat ihn jemand abfotographiert): Lückenschluss Ring-Radweg beim Schottentor und der Plan für die Fortsetzung des Radstreifens Richtung Karlsplatz.


12928312_10201534676284809_7705512536316111675_nQuelle: Facebook

Ich hab am Bikefestival auch Herrn Blum zu diesen Planungen befragt – unter anderem die mir am meisten brennenden Frage, warum hier kein Zweirichtungsradweg kommt. Immerhin würde dies endlich die katastrophale Anbindung vom Karlsplatz in den 6. Bezirk (wo genau am Getreidemarkt viele TU-Institute und das TU-Audimax sind) beheben.

Ich hab erfahren, dass es Planungen für einen Einrichtungsradweg/-streifen am östlichen Getreidemarkt gibt mit einer Querung über den Getreidemarkt auf Höhe der Lehárgasse (oder erst auf Höhe der Einfahrt zur TU?). Ich hab dann leider nicht weitergefragt, wann dies denn umgesetzt werden soll, und warum nicht schon heuer. Außerdem wäre interessant, ob die Lehárgasse dann für das Radfahren gegen die Einbahn geöffnet wird und ob das bei den derzeitigen Umbauten bereits mitgeplant wurde.

Konfliktstellen

Ich hab über den Plan nachgedacht und diverse Konfliktstellen identifiziert:

  • Ausfahrt Lehárgasse: Hier wird der Radstreifen/-weg wahrscheinlich die meiste Zeit von wartenden PKWs blockiert werden (zumindest ist das derzeit so). Hier sollte entweder eine Sackgasse geschaffen werden oder eine Ampel oder zumindest auf andere Arten die Durchfahrt durch die Lehárgasse verhindert werden (die meisten PKWs wollen sich ja die Ampel Getreidemarkt/Gumpendorferstraße ersparen). Ev. Einbahn im Bereich Gumpendorferstraße – Millöckergasse umdrehen. Oder die gesamte Einbahn umdrehen, allerdings wären Abbieger aus dem Getreidemarkt auch nicht unproblematisch (von wegen toter Winkel).
  • Bereich Naschmarkt, rechte Wienzeile: Die Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen (RVS) sehen bei der Dichte an Verkehr und den gefahrenen Geschwindigkeiten ausschließlich eine Trennung des Radverkehrs vor. Ein Radstreifen ist inakzeptabel.
  • Kreuzung rechte Wienzeile / Operngasse: Hier wird der Radstreifen über die Abbiegespur auf die Verkehrsinsel geführt mit einer Überfahrt zur Treitlstraße. D.h. PKWs müssen den Radstreifen beim Abbiegen kreuzen. Derzeit fahren die meisten RadfahrerInnen (also ich und die meisten die ich dabei beobachtet hab) am linken Rand der rechtesten Spur um zu verhindern geschnitten zu werden. Das ist dann wohl nicht mehr möglich. Ich prophezeie schwere Unfälle, weil hier der tote Winkel ein Problem ist.

Alternativen?

Ich hab lange über diese Probleme nachgedacht. Und mir ist eine Lösung eingefallen. Warum nicht den Abbieger Getreidemarkt -> rechte Wienzeile -> Operngasse zu streichen und durch eine Fahrspur auf der östlichen Seite des Getreidemarktes ersetzen, der dann direkt in die Operngasse mündet? Man müsste halt die Parkplätze auflassen und im untersten Bereich etwas vom Aufenthaltsbereich wegnehmen. Dann kann man die Geradeausspuren am Getreidemarkt auf einen (statt zwei) reduzieren und gewinnt Platz für einen Zweirichtungsradweg. Außerdem sollte bei der Querung über die Operngasse ein FußgängerInnen-Übergang errichtet werden, damit die TouristInnen nicht mehr verzweifelt den Weg zum Naschmarkt suchen müssen. Im Plan hab ich außerdem den fehlenden Naschmarktradweg eingezeichnet (dieser sollte ja bei aktuellen Planungen im Bereich immer mitgedacht werden – ewig wird sich die Stadt nicht dagegen wehren können).

getreidemarkt_fahrstreifenQuelle: Stadt Wien, eigene Bearbeitung

Abbieger aus der rechten Wienzeile müssen halt eine Runde über die Friedrichstraße fahren (das können ja nicht so viele sein). Die zusätzliche Ampelphase bei der Kreuzung Friedrichstraße / Getreidemarkt Ost müsste für eine Radquerung auch kommen.

Vielleicht kommt ja doch noch eine zukunftsfähige Lösung am Getreidemarkt? Hab diesen Vorschlag übrigens an die Mobilitätsagentur geschickt. Bin gespannt auf Kommentare …

1. Reaktion, 22. April 2016

Sehr geehrter Herr Bösch-Plepelits!

Danke für Ihr Mail und Ihre Anfrage, die wir an die zuständige Magistratsabteilung 46 weitergeleitet haben.

Mit besten Grüßen Susanne Reichard

Mobilitätsagentur Wien GmbH Projekte und Kooperationen

2. Reaktion, 22. Juni 2016

Sehr geehrter Herr Bösch-Plepelits!

Nochmals Danke für Ihr Mail betreffend Radfahrstreifen am Getreidemarkt, das wir zur Stellungnahme an die zuständige Magistratsabteilung 46 weitergeleitet haben:

Die MA 46 teilt dazu folgendes mit:

Zur Frage warum kein Zweirichtungsradweg am Getreidemarkt zur Ausführung gelangen wird ist anzumerken, dass im Verlauf der ehemaligen Zweier-Linie Einrichtungsradwege angeboten werden.
Mit der Errichtung des Radweges wird noch keine Querungshilfe auf Höhe der Lehargasse über den Getreidemarkt angeboten. Erst wenn der Streckenabschnitt zwischen der Lehargasse und Mariahilfer Straße gebaut wird, soll eine Querung, die die Bezirke Mariahilf und Innere Stadt verbindet, angeboten werden.

Ob die Einbahnstraße Lehargasse für den Radverkehr in beiden Fahrtrichtungen geöffnet wird, muss noch geprüft werden.

Den Vorschlag die Einmündung der Lehargasse in den Getreidemarkt zu unterbinden, kann nicht näher getreten werden. Denn nach der Lehargasse befindet sich am Getreidemarkt jetzt eine Hotelvorfahrt für Busse. Diese Hotelvorfahrt wird nach dem Bau des Radweges in die Lehargasse verlegt. Solle dem Vorschlag näher getreten werden, könnte diese Vorfahrt nicht mehr angeboten werden. Auch eine Einbahnänderung würde die Verkehrssituation nicht verbessern, da dann sämtlicher Verkehr über die Gumpendorfer Straße abfließen müsste und somit neues zusätzliches Verkehrsaufkommen generiert wird.

Auch beim Angebot eines Radfahrstreifens wird der Radverkehr vom motorisieren Individualverkehr getrennt geführt. Sämtliche anderen Verkehrsteilnehmer dürfen diesen Streifen der Fahrbahn nicht befahren.

Als erste Maßnahme zwecks Netzschluss mit der Treitlstraße wird der Radfahrstreifen bis zur Insel in Höhe Rechte Wienzeile und Operngasse geführt und soll dort mittels Ampel die Fahrbahn der Operngasse queren. Mittelfristig soll das ungeregelte Rechtsabbiegen von der Rechten Wienzeile in die Operngasse unterbunden werden.

Das Auflassen eines Fahrstreifens am Getreidemarkt ist eine sehr ambitionierte Maßnahme, denn in Richtung Karlsplatz fahren täglich durchschnittlich 23.000 Kraftfahrzeuge. Eine Reduktion um einen weiteren Fahrstreifen hätte massive negative Auswirkungen auf das angrenzende sekundäre Straßennetz.

Auch für den Bereich des Nachmarktes zwischen dem Getreidemarkt und der Köstlergasse wurden Planungen für die Schaffung einer Radfahranlage durchgeführt. Der notwendige Planungsprozess für eine Umsetzung dieser Radfahrinfrastruktur ist noch nicht abgeschlossen.

Mit besten Grüßen
Susanne Reichard

Mobilitätsagentur Wien GmbH
Projekte und Kooperationen

Offener Brief Radwegebauprogramm 2016

April 1st, 2016

S.g. Frau Vassilakou! Liebe Wiener Grünen!

Ich hatte große Hoffnungen (leider eh keine Erwartungen) für den zukünftigen Radverkehr in Wien. Insofern bin ich vom aktuellen Radwegebauprogramm 2016 sehr enttäuscht. Die einzigen Highlights sind die Goldschlagstraße im 15. Bezirk und die Entflechtung des Wientalradweges bei der Längenfeldgasse.

Getreidemarkt

Besonders enttäuscht bin ich vom angekündigten Radweg am Getreidemarkt. Soweit ich das verstehe, wird der als Einrichtungsradweg ausgeführt, ohne Änderung der Fahrspuren. Es wäre so wichtig, dass endlich eine Verbindung vom Karlsplatz zur Lehargasse geschaffen wird, da dort ein Standort der TU-Wien mit vielen Instituten und dem TU Audimax ist, d.h. diese Route nehmen mehrere tausend Studierende täglich (hauptsächlich zu fuss). Wenn hier nur ein Einrichtungsradweg errichtet wird, ist weiterhin ein Umweg über Nibelungengasse – Eschenbachgasse (700m vs. 300m) notwendig.

Meines Erachtens ist die einzig logische Variante ein Zweirichtungsradweg zwischen Lehargasse (besser Museumsquartier) – Getreidemarkt – Rechte Wienzeile zur Treitlstraße auf der westlichen Seite, so wie es auch das Institut für Verkehrswissenschaften in ihrem Diskussionspapier vorschlägt. Die Lehargasse sollte dann für das Radfahren gegen die Einbahn geöffnet werden.

Ein Einrichtungsradweg (oder Mehrzweckstreifen) am Getreidemarkt auf der östlichen Seite löst das Problem nicht, er würde nur zusätzliche Ampelwartezeiten schaffen. Eine Querung bei der Lehargasse wird wohl nicht möglich sein.

Zukunft?

Im STEP 2025 wurde als Zielvorgabe für den Radverkehrsanteil im Modal Split 20% angenommen, bei derzeit etwa 7%. Die Radinfrastruktur in Wien steht damit vor großen Herausforderungen. Es gibt in Wien kaum Radrouten die nicht größere Mängel aufweisen, z.B. Lange Ampelwartezeiten (z.B. Gürtelradweg), Konfliktstellen mit dem FußgängerInnenverkehr (z.B. Ringradweg), Schmale Einrichtungsradwege auf denen Überholen schwierig ist (Museumsstraße, Praterstraße).

Meines Erachtens gibt es aber zwei Maßnahmen die besonders wichtig wären um den Radverkehr in der Stadt weiterzubringen, und hier darf einfach nicht noch eine Legislaturperiode ohne Lösung vergehen (2017 geht wohl noch, aber 2018 ist wieder beginnender Wahlkampf):

Verbindung Hauptroute West ins Zentrum

Der Wientalradweg wird derzeit gerade zu einer Rad-Langstrecke ausgebaut. Das ist gut und richtig, es fehlt aber das große Problem des Wientalradweges: die Verbindung zum Zentrum. Im Plan zur Langstrecke findet sich immerhin eine solche Markierung.

Derzeit endet der Radweg bei der Köstlergasse und man muss entweder auf den Getreidemarkt (Umweg zur Oper: 300m, viel zu viel MIV – motorisierter Individualverkehr) oder über die Kettenbrückengasse – Margaretenstraße – Operngasse (Umweg zur Oper: 500m) ausweichen.

Die logische Maßnahme wäre den bestehenden Zweirichtungs-Radweg in der linken Wienzeile bis zur Oper zu verlängern.

Südgürtel

Da wurde über Jahre der Hauptbahnhof am Südtirolerplatz neu gebaut, was aber noch immer fehlt ist die Anbindung über den Gürtel mit dem Rad nach Westen. Der derzeit bestehende Gürtelradweg endet in einem Parkplatz ein gutes Stück westlich vom Matzleinsdorferplatz.

Im Hauptradwegenetz ist zwar eine Verbindung über Grünwaldgasse – Wiedner Hauptstraße – Gassergasse und Schelleingasse ausgewiesen, diese erlaubt aber kein schnelles Weiterkommen.

Hier sollte dringend eine Verbindung direkt am Gürtel errichtet werden, am besten in der Nebenfahrbahn auf Seite des 4. und 5. Bezirkes. Wichtig ist, dass diese in beide Richtungen beradelbar ist.

Fazit

Ich denke, wenn es die Stadtregierung schafft, diese zwei Maßnahmen in dieser Regierungsperiode umzusetzen, dann ist ein Meilenstein im Radverkehr gesetzt und es ist möglich den Modal Split im Radverkehr entsprechend der Zielvorgaben zu erhöhen – und vielleicht sogar zu übertrumpfen. Wenn dies nicht möglich ist, dann ist das vor allem ein Armutszeugnis für eine grüne Regierungsbeteiligung in Wien.

Referenzen

1. Reaktion, Mail am 1.4. nachmittags:

Sehr geehrter Herr Bösch-Plepelits!

Vielen Dank für Ihre E-Mail vom 01. April 2016 an Frau Vizebürgermeisterin und amtsführende Stadträtin Mag.a Maria Vassilakou.

Die Stadt Wien hat am 01. Jänner 2013 die Mobilitätsagentur gegründet, um den Kontakt mit den BürgerInnen Wiens zu verbessern und ihre Wünsche und Anliegen schneller und effizienter bearbeiten zu können. Wir haben Ihr Schreiben deshalb an die Mobilitätsagentur weitergeleitet und diese wird sich so rasch wie möglich Ihrem Anliegen annehmen.

Mit freundlichen Grüßen
Claudia Smolik

Büroleiterin
Büro Vizebürgermeisterin und amtsführende Stadträtin Mag.aVassilakou
Geschäftsgruppe Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung

Anmerkung

Über diese Weiterleitung bin ich nicht besonders glücklich. Für mich ist jetzt die Politik gefordert und ich hab jetzt das Gefühl, dass ich nur eine „beamtete“ Antwort zurückbekomme. Aber lassen wir uns überraschen …

2. Reaktion, Mail am 22. April 2016

Sehr geehrter Herr Bösch-Plepelits!

Danke für Ihr Mail, das vom Büro von Frau Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou an uns weitergeleitet wurde.

Danke vor allem auch für Ihr Feedback zur Radverkehrsplanung in Wien und dem aktuellen Bauprogramm.

Das Miteinander und die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer bei der Planung und der Sicherstellung der Verkehrssicherheit zu berücksichtigen, ist eine große Herausforderung, die in der Praxis leider oft Kompromisse verlangt. Dabei nimmt natürlich der Radverkehr eine wichtige Stellung ein, denn Ziel der Stadt Wien ist es ja, den Radverkehrsanteil deutlich zu erhöhen. Das Wiener Radverkehrsnetz wird daher laufend erweitert, wobei natürlich die Verbesserung der Verkehrssicherheit und Lückenschlüsse eine große Rolle spielen.

Zu den einzelnen erwähnten Punkten können wir Ihnen nach Rücksprache  wie folgt mitteilen:

Ad Getreidemarkt:

Ein Mail von Ihnen dazu ist ja ebenfalls bei uns in der Mobilitätsagentur eingelangt. Dieses wurde – wie Ihnen mitgeteilt – zur Prüfung an die zuständige Magistratsabteilung 46 weitergeleitet. Wir halten Sie gerne am Laufenden.

Ad Langstrecke West/Linke Wienzeile/Naschmarkt:

Derzeit sind Überlegungen für einen Radweg-Netzschluss im Bereich Wienzeile/Naschmarkt in Prüfung. Die konkreten Detailplanungen dazu sind aber noch nicht abgeschlossen.

Südgürtel:

Zum genannten Bereich gibt es eine Machbarkeitsstudie der Magistratsabteilung 18. Details dazu liegen derzeit allerdings noch nicht vor, da die diesbezüglichen politischen Entscheidungen noch offen sind.

Mit besten Grüßen
Susanne Reichard

Ring 150+

April 29th, 2015
Ringstrasse neu (© Barcelona Regional)

Ringstrasse neu (© Barcelona Regional)

Gestern war ich bei einer Veranstaltung der Wiener Mobilitätsagentur, die anlässlich des 150-jahr Jubiläums der Eröffnung der Wiener Ringstraße in die Zukunft blicken wollte. Dazu gab es Präsentationen zweier internationaler Stadtplanungsteams und einer anschließenden Podiumsdiskussion. Hier ein paar Gedanken meinerseits dazu.

Was von beiden Teams als das größte Problem identifiziert wurde ist die starke Autodominanz am Ring. Das ist auch mein größter Kritikpunkt: Warum ist es notwendig eine Autobahn auf der angeblich „schönsten Straße der Welt“ zu haben? Auch die Gestaltung der Aufenthaltsräume ist minderwertig: Banaler Asphaltbelag; keine klare Strukturierung; jede Menge Kleinzeug: Straßenschilder, Mistkübel, Würstelstände – alles total heterogen angeordnet. Es ist total mühsam den Ring zu queren: Zuerst Gehsteig, dann Seitenfahrbahn durch parkende Autos, dann wieder Gehsteig mit Radweg, dann Warten an der Ampel an der Hauptfahrbahn und dann nochmal das Ganze.

Nun, wie kann die Zukunft aussehen? Also meiner Meinung nach (und das war auch so im Raum gestern) kann das Ziel nicht eine zukünftige Vision sein die dann innerhalb weniger Jahre umgesetzt wird – so wie es vor 150 Jahren war (und vermutlich auch ab den 1950er Jahren so war, als das derzeitige Straßenlayout geschaffen wurde). Gestaltungen sind immer Work-in-progress.

Die Frage ist nur: Wo anfangen?

Die Hauptidee gestern war: Mit den Anrainer_innen der Ringstraße (also: Staatsoper, die Museen, Parlament, Rathaus, Universitäten, …) anfangen und versuchen diese der Öffentlichkeit zu öffnen. Meiner Ansicht nach ist das nicht so wichtig und kann nur Teil der Zukunft sein.

Gestern war der Wunsch, dass die Straße „den Menschen“ gehören solle – Da bin ich voll dabei. Der motorisierte Individualverkehr (MIV) soll nur ein Gast auf der Ringstraße sein und nicht der Herrscher. Meines Erachtens ist dies der Knackpunkt und hier sollte begonnen werden.

Welche kurzfristigen Optionen für eine Re-organisation des MIV gibt es?

Nun, dass der MIV nicht auf die Existenz der Ringstraße angewiesen ist (richtig analysiert gestern) hat die EM2008 gezeigt, als der Ring gesperrt wurde. (Gestern wurde dafür plädiert, die EM2008 als „Öffnung des Ringes“ zu bezeichnen. Nein. Hier wurde nichts geöffnet, da ja der gesamte Ring mit 2m hohen Sperrgitter vollgestellt wurde und auch die Straßenbahn in diesem Bereich eingestellt wurde. Schlechtes Vorbild).

Mit einer Testphase, wie denn der Ring als Begegnungszone aussehen könnte, wäre ich vorsichtig. Dies hat bei der Mariahilferstraße schon nicht geklappt. Das Problem ist, dass sich die Menschen danach bewegen wie der Raum gestaltet ist und nicht, wie er gestaltet sein könnte.

Ich bin dafür die Ringstraße auf einen Fahrstreifen (mit 30 km/h!) zu reduzieren und links und rechts davon (also zwischen den Straßenbahngleisen) Radstreifen anzulegen. Der Ring ist derzeit schon eine der am stärksten befahrenen Radrouten und die ständigen Konflikte zwischen Fußgänger_innen und Radfahrer_innen können ganze Heute und Österreich Zeitungen füllen. So würde die Attraktivität der Radroute massiv steigen und die Konflikte von einem Tag auf den anderen aufhören. Den Füßgänger_innen steht somit auch auf einen Schlag deutlich mehr Platz zur Verfügung – welcher dann auch neu gestaltet werden kann.

In Bereichen wo die Fahrbahn zu breit ist (z.B. vor der Oper) wäre es denkbar auch den MIV in beiden Richtungen anzulegen. Eine Einbahn mit zwei Richtungsfahrstreifen würde nur zur Raserei verleiten. Eine Veränderung der Straßenbahngleise kommt in der Anfangsphase nicht in Frage. Gleise zu verlegen ist viel zu aufwendig.

Welche längerfristigen Optionen existieren?

Nun, ich denke was erhalten bleiben sollte wäre die Verwendung für Aufmärsche, Promenaden und Demonstrationen. Dafür ist es wichtig, die lineare Struktur in einer gewissen Breite zu erhalten. Insofern seh ich das oben gewählte Bild nicht als mögliche Zukunftsvision.

Bei einer Re-organisation der Straßenbahn würde ich die Gleise an den äußeren Rand nebeneinander verlegen. Dann ist weniger „Ring“ zu queren und würde den zentralen Bereich freilassen. Kleinere Veranstaltungen müssten dann die Straßenbahn nicht behindern.

In weiterer Folge kann man sicher darüber nachdenken eine Begegnungszone einzurichten. Dem MIV würde ich zumindest einen Fahrstreifen zuweisen, möglicherweise in abwechselnder Einbahn um Durchzugsverkehr zu verhindern.

Was natürlich zu bedenken ist, dass es verschiedenste Nutzer_innen gibt, die bis jetzt gar nicht erwähnt wurden: Fiaker, Reisebusse zum Ein- und Aussteigen, Tourismus-Panoramabusse, Taxi, Obdachlose, Arbeiter_innen (Würstelstände, …) … Die müssen da natürlich alle irgendwie unter einen Hut gebracht werden.

Ich bin gespannt auf die Zukunft.

Juni 12th, 2014

On the SOTM-EU 2014 conference in Karlsruhe, Germany I presented the pgmapcss library, which I developed during the last year. Here are the slides:

pgmapcss – adv cartography for mapnik

MapCSS – ein neuer Standard für Kartographie

Mai 9th, 2014

Heute habe ich wieder mal die Ehre einen Vortrag auf den Linuxwochen in Wien zu halten. Dieses mal möchte ich die Kartographie-Sprache „MapCSS“ vorstellen, mit denen man (z.B. aus der OpenStreetMap) Karten erzeugen kann. Der Vorteil von MapCSS ist, dass sie auf verschiedenen Plattformen verfügbar ist, leider mit großen technischen Unterschieden.

Hier können die Folien heruntergeladen werden: MapCSS – ein neuer Standard für Kartographie

Vortrag „OpenStreetMap – Kartographie für alle Zwecke“

Oktober 9th, 2013

Morgen, den 10.10.2013 werd ich wieder mal einen Vortrag über die OpenStreetMap halten, diesmal auf der „Shareconomy“ Konferenz der Arbeitsgemeinschaft Datenverarbeitung.

Hier mein Abstract:

Am Anfang stand der Wunsch eine lizenzkostenfreie Straßenkarte der Welt zu erstellen und die OpenStreetMap war geboren – quasi die „Wikipedia der Landkarten“. Zuerst wurde sie von den großen kommerziellen Unternehmen belächelt – besonders aufgrund ihres scheinbar unstrukturierten simplifizierten Datenmodells. Schnell hat sich aber eine schier unüberschaubare Datenvielfalt etabliert, die sehr differenzierte thematische Karten ermöglicht – Karten historischer
Sehenswürdigkeiten, Radwegkarten, Karten für Personen mit eingeschränkter Mobilität oder speziell angepasste Karten für humanitäre Katastrophenfälle sind nur ein paar der Möglichkeiten.
Außerdem hat sich rund um die OpenStreetMap ein riesiges Ökosystem an Software entwickelt – das meiste davon natürlich Open Source. Schließlich wollen Daten gesammelt, eingetragen, abgezeichnet und vor allem weiterverarbeitet und schließlich dargestellt werden. Die großen Datenmengen stellen auch besondere Anforderungen an die Datenbanksysteme.
Die OpenStreetMap bildet inzwischen die Basis für einige erfolgreiche Unternehmen. Außerdem kann sie gut mit Open Data Initiativen kombiniert werden. Last but not least gibt es viele wissenschaftliche Projekte die sich mit diesen Daten auseinandersetzen.

Hier finden sich die Folien:

2013-shareconomy-openstreetmap-title

 

Linux: Force permissions for new files/directories

Mai 28th, 2013
mkdir foo
chgrp somegroup foo
chmod g+ws o-rwx foo
setfacl -dm u:www-data:rx,u::rwx,g::rwx,o::- foo

All files in directory foo will be created with 660 (directories with 770) permission in the group somegroup. Also, the user www-data will get read (directories also execute) rights.

Fuß- und Radverbindungen zwischen 4. und 6. Bezirk.

Februar 24th, 2013

Ich hab ja in meinem letzten Post meine Arbeit aus der Übung Verkehrsplanung veröffentlicht, was auf ganz schönes Medienecho gestoßen ist. Die Radlobbys IG-Fahrrad und Argus haben meinen Vorschlag auf ihren Homepages veröffentlicht, worauf es auch auf derStandard.at diskutiert wurde.

Nachdem die Diskussion zum Radweg wohl noch länger nicht abgeschlossen ist, möchte ich noch die folgende Arbeit einbringen, die ich heute vormittag erstellt hab – eine Sammlung der derzeitigen Fuß- und Radverbindungen zwischen  4. und 6. Bezirk.

Ich hoffe, die Diskussion damit etwas bereichern zu können. Es würde mich freuen wenn einige der Verbesserungsvorschläge – die ich am Ende der Arbeit bringe – umgesetzt würden (ich wäre vermutlich täglicher Nutzer davon).

Diskussionsgrundlage: Fuß- und Radverbindungen zwischen 4. und 6. Bezirk (Wienzeile)

Radverbindungen zwischen 4. und 6. Bezirk

Radweg Getreidemarkt->Karlsplatz

Februar 18th, 2013

Vor ein paar Tagen haben die Wiener Grünen angekündigt, dass der Radstreifen am Getreidemarkt von der Lehárgasse zur Wienzeile weitergeführt werden soll.

Derzeit endet der Radstreifen, der direkt neben dem Gehsteig auf dem Fahrbahnniveau verläuft mit einem lapidaren „Ende“ bei der Lehárgasse. In Zukunft soll der Radstreifen die Auto-Fahrspuren kreuzen und quasi zwischen Geradeausspuren und Linksabbiegespuren weitergeführt werden. Als Alltagsradler in Wien fahre ich diese Variante genauso, allerdings sehe ich für mich einige Nachteile. Derzeit suche ich mir die Stelle an der ich die Fahrspuren kreuze abhängig vom aktuellen Verkehrsaufkommen sehr genau aus. In Zukunft werde ich dazu verdammt sein, genau dem Verlauf zu folgen und vermutlich warten zu müssen bis mir der Autoverkehr ein Kreuzen erlaubt. Man darf nicht vergessen, dass am Getreidemarkt sehr hohe Geschwindigkeiten gefahren werden (auch von den AlltagsradlerInnen).

Ein weiteres Problem löst der vorgeschlagene Plan auch nicht, nämlich die Verbindung Karlsplatz->Getreidemarkt->Museumsquartier, derzeit ist ein mühsamer Umweg über die Nibelungengasse notwendig. Besonders schlimm ist es, wenn man vom Karlsplatz zum TU Audimax möchte (was für hunderte Studierende alltägliche Notwendigkeit ist), da muss man nämlich ebenso über Nibelungengasse -> Eschenbachgasse -> Getreidemarkt fahren (quasi „mit der Kirche ums Kreuz“) oder den Getreidemarkt hinaufschieben. Der Radweg mit einer etwaigen „Gegen die Einbahn“-Öffnung der Lehárgasse wäre auch eine attraktive Verbindung in den 6. Bezirk.

Ich hab mich im Rahmen meines Raumplanungsstudiums vor ein paar Jahren mit der Situation beschäftigt und hab den folgenden Plan erstellt. Ich hab darin einen baulich getrennten Zweirichtungsradweg entlang des Gehsteiges vorgeschlagen. Meiner Meinung nach ist das vor allem für ungeübtere RadlerInnen an dieser Stelle eine bessere Lösung.

Hier gibt’s die ausführliche Beschreibung zum Runterladen: Planung für einen Lückenschluß des Radweges am Getreidemarkt im Bereich Wienzeile (8.2MB, PDF)

Übersichtsplan

kernel-clean

Oktober 22nd, 2012

On Debian/Ubuntu it happens that old kernel packages accumulate with the regular updates. Those use up a lot of space (about 100MB per version). Removing old, unused kernels manually is a boring task, that’s why I wrote a script: kernel-clean. It checks for the currently running and the newest installed kernel and removes all others.

Get the code on Github: https://github.com/plepe/kernel-clean/