Wikileaks dezentral?

Februar 13th, 2011

Antje Schrupp, deren Blog ich seit einiger Zeit ganz gerne lese, hat vor einigen Tag etwas über die Veröffentlichung des Buches über Wikileaks von Daniel Domscheit-Berg geschrieben. Das hab ich als Anlass genommen, meine eigenen Gedanken zu Wikileaks als Kommentar niederzuschreiben. Da ich das auch mit meinen anderen LeserInnen teilen möchte, veröffentliche ich das somit auch hier:

Ich hab – so wie Viele – in der letzten Zeit viel über Wikileaks nachgedacht. Ich finde Wikileaks – bzw. die Möglichkeit unangenehme Information anonym veröffentlichen zu können – eine wichtige Sache. Das Problem ist nur, dass hinter Organisationen Menschen stehen, die angreifbar sind und durch ihre Aktivität in Machtstrukturen hineingeraten. Außerdem entsteht in einer Organisation zwangsläufig Gruppendynamik, die nicht notwendig ist und der Sache meist nur schadet. Ich glaub für ein erfolgreiches Wikileaks müssen folgende Notwendigkeiten erfüllt werden:

Dezentralität: Es sollte nicht möglich sein, die Information zu unterdrücken. Als die US-Depeschen veröffentlicht wurden, haben tausende Organisationen weltweit Wikileaks-Mirrors erstellt, damit niemand Wikileaks offline nehmen kann. Man müsste alle offline nehmen, und mit jeder Website die offline genommen wird, kommen drei nach (wie die Hydra in der griechischen Mythologie ;) ). Was wäre wenn diese Mirrors nicht nur die Information spiegeln, sondern wiederum die Möglichkeit zur Veröffentlichung haben?

Lokalität: Eine Organisation die Wikileaks betreibt,wird früher oder später zu klein sein. Wenn die involvierten Personen alle zugespielten Informationen zuerst sichten und bei Bedarf anonymisieren müssen, ist das ein wahnsinniger Aufwand. Das führt automatisch dazu, dass dann nur die brisantesten Informationen wirklich veröffentlicht werden. Ich hab auf anderen Blogs gelesen, dass Wikileaks auch Informationen kleinerer Länder (im konkreten Fall Österreich) zugespielt wurden, die dann aber nie bearbeitet wurden. Hier seh ich auch das Sprachproblem: wenn in der Organisation niemand der Sprache der Informationen mächtig ist, bedeutet das automatisch ein Aus. D.h. Jede Region, jede Sprache, jede Sache gegen die gekämpft werden soll, sollte die Möglichkeit haben eine eigene Wikileaks-(Unter-)Organisation zu gründen.

Vernetzung: Jede dieser lokalen, dezentral organisierten Wikieaks sollte auf Ressourcen der anderen zurückgreifen können. Z.b. falls sie durch Zensur bedroht sind oder weil sie zusätzliche Arbeitskräfte benötigen um einer etwaigen Informationsflut Herr/Frau zu werden oder falls sie keine Ressourcen haben um die technischen Anforderungen (Internet-Zugang, Server, …) zu bewältigen.

Ich weiß nicht, ob die werten LeserInnen dieses Blogs mit „BitTorrent“ vertraut sind. Das ist eine Internettechnologie für Filesharing. Die Theorie ist gar nicht so schwer: Alice möchte eine Datei (wichtige_information.doc) mit anderen Leuten teilen, dazu sagt sie das einem sogenannten „Tracker“ (eine Art Adressbuch). Bob, der diese Datei haben möchte, fragt den Tracker nach dieser Datei. Tracker sagt, dass Alice die Datei hat, worauf sich Bob den ersten Teil von Alice herunterlädt (die Datei ist groß, darum wird sie in mehrere Teile geteilt). Jetzt kommt Charly, er möchte auch die Datei haben. Der Tracker sagt ihm jetzt, dass Alice die Datei komplett hat, Bob hat ausserdem den ersten Teil. Charly lädt sich den ersten Teil von Bob und den zweiten Teil von Alice. Sobald Alice alle Teile entweder an Bob oder an Charly verteilt hat, kann sie ihren Computer abschalten, da Bob und Charly die restlichen Teile selber austauschen können bzw. an weitere Leute weitergeben können. Nur der Tracker (und da kanns auch mehrere geben) muss darüber Bescheid wissen, wer welche Teile der Datei hat. Sobald Bob und Charly die vollständige Datei haben, sind sie mit Alice gleichwertig, es ist (vermutlich) nicht mal mehr nachvollziehbar, wer ursprünglich die Datei veröffentlicht hat.

Damit kann man Informationen „in die Internetwolke“ auslagern. Solange es genug Leute gibt, die zumindest ein paar Teile der Datei haben damit sie ein Ganzes ergeben, bleibt die vollständige Information im Internet. ZensorInnen hätten im Prinzip keine Chance die Informationen wieder zu entfernen, sie müssten jeden einzelnen Computer der einen Teil der Datei hat abschalten.

Das Prinzip des Bittorrent im Internet gehört aber noch weiterentwickelt. Derzeit ist die Bedienung noch viel zu technisch und nur für das Verteilen von Dateien gedacht. Im Prinzip ist das World Wide Web auch nichts anderes als ein Verteilen von Dateien, nur dass diese gleich dargestellt werden und die technischen Hintergründe für die BenutzerInnen verschleiert werden. Warum sollte so etwas nicht auch für Bittorrent möglich sein? Für die BenutzerInnen sollte es unwichtig sein, ob sie die Informationen von einem Webserver oder aus der „Cloud“ empfangen werden.

Ich denke das könnte eine Basis für ein dezentrales, vernetztes Wikileaks – oder noch besser ein neues World Wide Web – darstellen. Ich hoffe, ich konnte ein paar interessante Gedanken in die Diskussion einstreuen. Würde mich über weitere Gedanken freuen :)

„Das neue Gesicht des Fahrradfahrens“

Oktober 16th, 2010

Unter diesem Titel hat der ORF eine Reportage über die sich entwickelnde Fahrradkultur in Wien verfasst. Ich kann nur empfehlen, ein bisschen hinzulesen. -> http://orf.at/stories/2020081/.

Noch eine kleine Wahlhilfe

Oktober 8th, 2010

Falls noch jemand nicht so recht weiß, wen er/sie wählen am Sonntag soll, hier noch zwei kleine Wahlhilfen. Die IG-Fahrrad (Interessensgemeinschaft Fahrrad) hat allen Parteien einige Fragen zum Radverkehr in Wien gestellt und diese auf ihrem Blog zusammengefasst. Natürlich sind auch alle Antworten im Original verfügbar.

Auch die FSFE (Free Software Foundation Europe) hat den Parteien einige Fragen zum Thema Open Source und offene Standards gestellt. Die Zusammenfassung und die Antworten im Original sind auf ihrer Homepage verfügbar.

Gut Wahl!

Radweg entlang des Naschmarktes

September 1st, 2010

Ich hab gerade entdeckt, dass die Mariahilfer Grünen eine Petition zum Lückenschluß des Wiental-Radweges im Bereich des Naschmarktes aufgelegt haben. Der Wiental-Radweg ist zwar als gesamtes recht nervig, da er mit möglichst geringen Platzverbrauch entlang der Wien hingequetscht wurde und man deshalb ständig mit engen Kurven, unübersichtlichen Straßenquerungen und anderen Unannehmlichkeiten konfrontiert wird. Aber das alles ist scheinbar noch genug, bei der Kettenbrückengasse ist es dann ganz aus und man darf entweder auf die Gumpendorferstraße oder die Margaretenstraße/Operngasse ausweichen um in die Innenstadt zu gelangen. Oder man traut es sich, der „Autobahn“ der rechten Wienzeile zu folgen.

Ich hab selber schon mal beim Magistrat nachgefragt, ob nicht ein Lückenschluß beim Naschmarkt geplant ist, mir wurde aber ausweichend geantwortet, dass noch keine Lösung für die verlorengehenden Parkplätze gefunden wurde. Nun, meiner Meinung nach sind fahrende Räder besser als stehende Autos. Gegenmeinungen? Ich würde mich in den Kommentaren über eine Diskussion freuen.

Wie auch immer, ich möchte Euch hiermit aufrufen, Euch an der Petition zu beteiligen und Eure Namen dafür herzugeben.

OpenStreetMap Mashups & Open Data

August 31st, 2010

Ich wurde eingeladen einen Vortrag zu „OpenStreetMap Mashups & Open Data“  auf einem Meetup der Vienna Semantic Web Gruppe zu halten. Der Vortrag ist heute abend in Graz. Die Folien sind bereits (fast) fertig:

http://prezi.com/cpjkflxqcoou/openstreetmap-mash-ups-open-data/

Hier übrigens ein Video von meinem Vortrag: http://vimeo.com/14612713

CGA-Backup

Juli 20th, 2010

A couple of years back I developed a script for the backups at the institute where I’m working, it’s called the CGA-Backup. Unfortunately this script is no longer in use there, as my colleagues preferred to change to a more popular solution (BackupPC). Anyway, there are still people using this script and I’m willing to maintain it, as I still use it for private projects and think it’s a nifty piece of code. As I’m lately opening my projects up at Gitorious, I also plucked it from the closed environment of our SVN-server. Here you are.

OpenStreetMap – Eine Einführung

Mai 8th, 2010

As I told you, I’m giving an introductory talk about the OpenStreetMap on the Linux Wochen in Vienna today. Here are the slides (in German for sure):

Linuxwochen 2010

Mai 4th, 2010

The coming weekend there are the „Linuxwochen“ (Linux weeks) again in Vienna. It’s an exhibition of several free software / open source initiatives, there are also a lot of talks. One of those talks will be about the OpenStreetMap, held by me. The date: Saturday, May 8th, 10:30 in the Festsaal. So if you haven’t heard of the OpenStreetMap yet (which I doubt if you know me), there’s the place and time to go :) You can also meet me at the OpenStreetMap-stand in the exhibition area (Thursday and Friday afternoon, Saturday more or less the whole day).

Parc Diagonal Mar, Barcelona

Februar 16th, 2010



Parc Diagonal Mar, Barcelona

Originally uploaded by plepe

After all those winter pictures, I want to indulge you with some sunny pictures :)
In 2007 I went with some friends to Barcelona in Spain for a short holiday in the middle of April, because we got some cheap tickets with SkyEurope.
One day we spent in the new development area „Parc Diagonal Mar“ which is near the North-Eastern end of Avinguda Diagonal, a road which runs all through Barcelona diagonally. It’s an area near the seaside and was used by former textile industry, which went down during the last century.
Now it’s a very modern area for housing, with a big green area, lakes and some modern art, looking like a roller coaster track.

Deep Snow Sightseeing

Februar 16th, 2010



Deep Snow Sightseeing

Originally uploaded by plepe

The weather situation did not improve, on the third day, the snow cover was pretty impressive. We had to go ‚deep snow sightseeing‘ :) Remember: Usually Ohrid doesn’t have snow at all.
Anyway, Ohrid was a really nice place, we just regretted the weather situation. Go there during the warmer periods of the year.