Diesen Freitag (18. April) um 16:30 startet die nächste Critical Mass am Margartenplatz in Wien! Kommt zahlreich, kommt bunt, kommt lustig, habt Spaß! Reclaim the Streets!
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Critical Mass Vienna – April 2008
Dienstag, April 15th, 2008Stadtentwicklung in Wien zur Nazizeit
Dienstag, April 15th, 2008Für eine Lehrveranstaltung hab ich ein kurzes Referat über Stadtentwicklung zur Nazizeit in Wien gehalten. Leider war der Zeitumfang sehr kurz, da hätte man noch viel raus holen können – z.B. die Frage, wer dies gebaut hat.
Rad-Highways
Dienstag, April 15th, 2008Christoph Chorherr hat auf seinem Blog eine Idee für eine Nordost-Tangente für den Radverkehr online gestellt und dies mit der Forderung für Rad-Highways verknüpft. Hier meine Gedanken dazu:
Ich unterstütze die Forderung, dass es Rad-Highways durch die Stadt geben soll, vollkommen. Ich würde auch fordern, dass auf diesen Highways gewisse Mindestanforderungen an die Qualität gesetzt werden. Diese sollten unter anderem Mindestbreite, Mindestkurvenradien und maximale Ampelwartezeiten umfassen. Meiner Ansicht nach gibt es in Wien derzeit nur zwei Radwege, die Anspruch auf einen Rad-Highway erheben könnten: Der Donaukanal-Radweg und streckenweise der Gürtelradweg.
Den Wiental-Radweg als Wiental-Highway zu bezeichnen (außer es ist damit der zukünftige Radweg im Wientalbecken gemeint) find ich dagegen grenzwertig. Die vielen Kurven und Engstellen beinhalten hohes Konfliktpotential mit FußgeherInnen, die Kreuzungssituationen mit dem Autoverkehr stellen durch ihre Führung Schikanen dar und haben langen Ampel-Wartezeiten. Was den Wiental-Radweg entgültig abwertet ist, dass dieser knapp vor dem Naschmarkt endet und man entweder über die Gußhausstraße oder die Margaretenstraße/Operngasse ausweichen muss.
Die Gußhausstraße wäre gar nicht so schlecht für den Radverkehr geeignet, allerdings ist dorthin ein Geländeanstieg zu überwinden und der Umweg macht den Weg unattraktiv. Ausserdem sind in der Gußhausstraße keine Radfahranlagen vorhanden. Der Weg über die Margaretenstraße stellt einen weiten Umweg dar und bietet hohes Unfallpotential, vor allem stadtauswärts. Ich finde der Mehrzweckstreifen in der Margaretenstraße ist ein Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte. Der Verkehr ist vor allem nachmittags sehr dicht, ein Überholen langsamer RadfahrerInnen oft nur schwer möglich. Von der Parkspur droht die plötzlich aufgehende Autotür, von der Fahrspur spontan abbiegende AutofahrerInnen.
Ich hab hier eine vermutlich sehr persönliche Karte der in Wien existierenden Rad-Highways und deren notwendigen Ergänzungen erstellt. Auch die als gut eingetragenen Radwege sind bei weitem nicht optimal, sie erlauben aber immerhin hohe Geschwindigkeiten bei relativ geringem Konfliktpotential. Die orangenen Radwege sind von Highways weit entfernt. Die rot markierten Bereiche erfordern oft lange Umwege oder nötigen zur Mitfahrt im dichten Autoverkehr.
Ein paar dieser Bereiche möchte ich konkret hervorheben:
* Getreidemarkt – Naschmarkt – Karlsplatz
Der Radweg vom Museumsquartier zum Karlsplatz endet sehr spontan vor dem Audimax der TU bei der Lehargasse und macht es nötig sich bei vier Spuren mit dichtem Autoverkehr hindurchzumischen. Etwas, dass vor allem Kindern nicht zugemutet werden kann und auch viele Erwachsene abschrecken dürfte. Es müsste wohl eine Fahrspur geopfert werden, aber hier könnte recht einfach eine attraktive Verbindung geschaffen werden. Noch schlimmer in der Gegenrichtung. Es gibt zwar in der Nibelungengasse einen Radweg, allerdings kostet die Benützung dessen viel Ampelwartezeit (zumindest wenn man von der TU kommt). Die Alternative derzeit ist der Weg durch den Bärenmühl-Durchgang und die Benutzung des Gehsteiges entlang des Getreidemarktes bis zur Gusshausstraße (oder gleich bis zur Mariahilferstraße). Anbei ein Plan, wie ich mir einen Alternativvorschlag vorstelle. Der derzeit existierende Mehrzweckstreifen sollte zu einem Zweirichtungsradweg umgebaut werden und um den Spitz Wienzeile/Operngasse herumgeführt werden. Dort in der direkten Verlängerung eine Radquerung und fertig. Natürlich ist auch eine Abzweigung zum Wientalradweg dabei.
* Südgürtel
Erst kürzlich hab ich den Südgürtel erforscht und hab schmerzlicherweise festgestellt, dass der Radweg dort einfach im Nichts endet. Mit etwas Suchen findet man einen Radweg parallel, dieser ist aber nicht als Highway geeignet.
* Mariahilferstraße
Autos raus. Straßenbahn und Radverkehr rein.
Ich bin davon überzeugt, dass der Anteil des Radverkehrs in Wien explodieren würde, sobald diese Rad-Highways (und dazu auch ein passables Netz dazwischen) gebaut würden. Es bleibt zu hoffen.
International Squatting Days
Sonntag, April 13th, 2008Derzeit sind gerade die International Squatting Days (Freiraum Aktionstage) am Laufen, im Rahmen deren in viele Städten (Haus-)besetzungen und Demonstrationen organisiert werden um für mehr alternative Zentren zu kämpfen.
Hier gibts Infos dazu:
* http://april2008.squat.net/
* http://at.indymedia.org
Was wäre, wenn … die U2 nicht gebaut worden wäre?
Freitag, April 11th, 2008Es ist in gewisser Weise richtig, dass eine Parallelführung der Linien 21 und U2 nicht sinnvoll ist. So wird die Linie U2 wohl noch für Jahrzehnte (abgesehen der seltenen Veranstaltungen im Ernst-Happel-Stadion) heiße Luft durch die Gegend führen. Es ist sicher richtig, dass eine U-Bahn schneller unterwegs ist als die Straßenbahn, aber für welchen Preis? Eine Reorganisation des Oberflächenverkehrs wäre vergleichsweise günstig gekommen und hätte eine wesentlich höhere Flexibilität ermöglicht. Auch die jährlichen Betriebskosten wären nur ein Bruchteil des teuren U-Bahn-Betriebs. Mit beschleunigten Ampelschaltungen und optimiertem Streckenverlauf sind im Straßenbahnbetrieb vergleichbare Geschwindigkeiten möglich, vor allem durch die verringerten Umsteigewege. Die Haltestellen können für längere Züge gebaut werden um zu erwartende Fahrgaststeigerungen aufzufangen.
Ich möchte hier einen Vorschlag bringen, wie der Straßenbahnbetrieb in der Umgebung des Praters hätte aussehen können, wenn ein paar kreative Köpfe am Werk gewesen wären und weniger Interessen der Bauindustrie und AutofahrerInnen-Klubs. Der U-Bahn-Bau wird ja vor allem von diesen Organisationen gefördert, da diese viel Geld an den Bautätigkeiten lukrieren können, bzw. die Straße frei für den Autoverkehr bekommen.
Die Donaustadtbrücke wird zu einer Strassenbahnbrücke ausgebaut, ein Linienbündel fährt darüber und bindet die Donaustadt an. Bei Stadlau teilen sich die Linien auf und erschließen verschiedene Bezirksteile. Die Linien N und 18 werden durch den Prater verlängert um das Stadion und die zukünftige WU-Wien besser anzubinden. Die Linie 11A ist an bereits ihrer Kapazitätsgrenze und wird daher auf Straßenbahn umgebaut und verlängert.
Linienänderungen
Hier die detailierten Linienänderungen meines Vorschlages:
Linie 18 (blau)
Die Linie 18 wird von der Schlachthausgasse durch den Prater und über die Donaustadtbrücke verlängert und erschließt dort Stadlau Hirschstetten Breitenlee. Damit werden die Bezirke Donaustadt und Landstraße mit einem effizienten Verkehrsmittel verbunden. Dies ist auch die bevorzugte Strecke vom zukünftigen Hauptbahnhof zum Stadion.
Linie 21 (orange)
Die Linie 21 behält den Großteil ihrer Strecke, fährt nach dem Stadion allerdings über die Donaustadtbrücke weiter und erschliesst Stadlau Aspern Essling Groß-Enzersdorf. Damit wird die Donaustadt effizient an das Wiener Zentrum angebunden. Eine mögliche Verlängerung zur EM-Fanmeile wäre möglich um eine umsteigefreie Verbindung zu schaffen.
Linie N (lila)
Die Linie N wird durch den Prater zur WU-Wien, Messe und Stadion verlängert. Dies ergibt eine zusätzliche Verbindung ins Zentrum.
Linie 11 (grün)
Die Linie 11A wird zur Straßenbahnlinie 11 umgebaut und über Stadion zum Praterkai verlängert. Dies verbindet das Stadion mit den nördlichen Bezirken.
Stadionverkehr
Im Stadionverkehr bedienen die Linien dann folgende Relationen:
Linie 21: Praterstern (U1 Zentrum) Schwedenplatz (U4 Spittelau Heiligenstadt) EM Fanmeile Schottentor; Donaustadt
Linie 18: Schlachthausgasse (U3 Zentrum Westbahnhof bzw. U3 Simmering) Südbahnhof/Hauptbahnhof; Donaustadt
Linie N: Landstraße Schwedenplatz (U1 Zentrum)
Linie 11: Vorgartenstraße (U1 Kagran) Handelskai (U6 Floridsdorf) Heiligenstadt; Praterkai (S-Bahn)
Linie 791: Landstraße Wien Mitte (U4 Karlsplatz Hütteldorf)
1 Führt über die Strecke N im Prater, außerdem müssen in der Marxergasse Gleise verlegt werden (gestrichelt im Plan).
Dies alles hätte zu einem Bruchteil der Kosten der U2 gebaut und betrieben werden können. Schade für diese vertane Chance.
Unzulänglichkeiten der Wiener Linien
Donnerstag, April 10th, 2008Gestern war mir eine Beobachtung wieder mal ein Mail an den Kundendienst der Wiener Linien wert:
S.g. Wiener Linien!
Ich konnte wieder ein paar Unzulänglichkeiten in ihrem Betriebsablauf sehen:
– Gerade eben konnte ich am Westbahnhof einen E2+c5-Zug der Linie 6 (ich hab mir leider nicht die Nummer gemerkt) beschildert mit „Westbahnhof S U“
beobachten (wobei ein seitliches Broseband zur Haelfte „Sonderzug“, ein anderes „Stadion“ gezeigt hat, als Nummer in der Heckscheibe war „9“ zu lesen).
Nachdem die meisten Fahrgäste am Westbahnhof ausgestiegen sind (aber bei weitem nicht alle) ist der Zug dann weiter Richtung Burggasse-Stadthalle gefahren.
Solche Beobachtungen wie diese können übrigens sehr häufig gemacht werden. Ich frage mich, wozu diese Züge überhaupt Anzeigen haben, wenn diese offensichtlich nicht korrekt genutzt werden.
– Gestern nacht konnte ich einen N49 in Richtung Hütteldorf beobachten, der keine Liniennummer angezeigt hat (also nur das Ziel).
– Etwas allgemeines: Ich finde es ja sehr gut, dass auf den FGI-Anzeigen an den Stationen inzwischen die nächsten Abfahrten mit rollstuhlgerechten Fahrzeugen angezeigt werden. Allerdings empfinde ich die Umschaltzeit zwischen den nächsten Fahrten als viel zu lange. Worauf basiert diese Zeit, gab es dazu Untersuchungen, was die optimale Zeit ist, bzw.
Evaluierungen ob die Fahrgäste damit zurecht kommen? Ich musste schon viele Fahrgäste über die Bedeutung dieses Wechsels aufklären, da dies scheinbar nicht selbsterklärend ist.
grüße,
Stephan Plepelits
Wiener Krokodilstränen
Samstag, März 15th, 2008Gerade hab ich auf derstandard.at ein gutes Kommentar von Hellmut Butterweck gefunden, in dem er die Stadtplanungs- und Architekturkultur in Wien kritisiert. Kein Wunder, dass Wien immer uninteressanter wird. Welche herausragenden Leistungen hat es denn in den letzten Jahren in Wien gegeben? Vielleicht die Donaucity, in der ständig unwirtlich der Wind weht? Vielleicht die Wienerberg City, in der die Freiräume kommerziellen Interessen zum Opfer gefallen sind und die vergeblich auf eine sinnvolle ÖV-Anbindung hofft? Das auch im Artikel angesprochene Haus von Zaha Hadid am Donaukanal, das wieder mal leer steht?
-> http://derstandard.at/?id=3265572
Antwort der Wiener Linien
Samstag, März 15th, 2008Sehr geehrter Herr Plepelits!
Es tut uns Leid, dass Sie Ihre Jahreskarte nicht mehr verlängern möchten.
Der neue Streckenteil der Linie U1 zwischen Kagran und Leopoldau weist zur Zeit tatsächlich eine geringere Auslastung auf. Jedoch dauert es seine Zeit bis die Menschen sich an eine neue Anbindung gewöhnen und diese auch nutzen. Weiters wurde im Bereich der Aderklaaer Straße ein Einkaufszentrum geplant, weshalb die gleichnamige Haltestelle auch errichtet wurde. Da dieses Projekt gescheitert ist, sind die Fahrgastzahlen in diesem Bereich geringer als erwartet. Jedoch ist geplant auf diesem Arial Wohnungen zu errichten, weshalb damit zu rechnen ist, dass viel mehr Menschen die U1 benutzen werden. Die Fußwege zur U-Bahn sind nur geringfügig länger, was sich in jedem Fall durch die schnellere Reisezeit mit der U-Bahn wieder ausgleicht.
Viele Fahrgäste sind mit dem Wunsch nach klimatisierten Fahrzeugen auf der Linie U6 an uns herangetreten. Wir freuen uns, dass wir dies mit den neuen U-Bahngarnituren anbieten können. Ein weiterer Effekt besteht darin, dass wir die herkömmlichen Züge gänzlich ersetzen können und somit gebrechlichen und behinderten Menschen auf der kompletten Zugslänge einen Niveaugleichen Einstieg zur Verfügung stellen können.
Selbstverständlich wird laufend auch die Veränderung des Sekundärnetzes (Straßenbahn und Bus) diskutiert, wobei auch die Notwendigkeit gegeben sein muss. Daher finden zu diesem Thema auch zahlreiche Gespräche und Verhandlungen statt. Dabei muss aber berücksichtigt werden, dass die Finanzierung solch großer Vorhaben nicht alleine von den Wiener Linien getragen werden.
Derzeit haben wir 364 Displayanzeigen in Betrieb. 12 Anzeigen sind in Bau und weitere 51 in Vorbereitung. Langfristig ist es geplant, die meisten Haltestelle mit dieser Einrichtung auszustatten. Aus wirtschaftlichen Gründen kann dies aber nur Schritt für Schritt erfolgen.
Unsere herkömmlichen Straßenbahngarnituren der Type E1 sind bis zu 40 Jahre alt. Daher ist eine Aufrüstung mit elektronischen Anzeigen wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll, da diese in naher Zukunft durch moderne Niederflurfahrzeuge ersetzt werden.
Mit freundlichen Grüßen
WIENER LINIEN GmbH & Co KG
Nun, diese Antwort bestätigt mir noch ein wenig, dass ich nicht mehr Geld in die Wiener Linien investieren möchte als unbedingt nötig. In meinen Augen ist die Propagandamaschine der Wiener Linien nichts anderes als eine Schönredeagentur, die Kritik einfach an sich abprallen lässt. Als ich den Leitartikel „30 Jahre U-Bahn Wien“ im letzten 24 Stunden Wien gelesen hab, musste ich das Heft nach der Hälfte des Textes angewidert weglegen.
Zur U1 nach Leopoldau: Hier zeigt sich wieder mal, dass die U-Bahn ein Langstreckenverkehrsmittel ist und auch bleiben sollte. Klar ist ein längerer Fußmarsch vertretbar, wenn ich zum Beispiel ins Wiener Stadtzentrum möchte. Wenn ich allerdings zu einem nahe gelegenen Ort möchte (Einkaufszentrum, Bezirkszentrum, Kirche/Friedhof), dann hilft mir eine schnell fahrende U-Bahn reichlich wenig.
Zu den neuen Garnituren der U6: Ich hab nicht bekritelt, dass neue Garnituren gekauft werden, sondern dass nach meiner Ansicht zu wenige gekauft werden, worauf in der Antwort nicht mit einem Wort eingegangen wurde.
Zur Veränderung des Sekundärnetzes: Die Veränderungen werden diskutiert, aber die Notwendigkeit muss gegeben sein? Natürlich ist es nicht nur den Wiener Linien anzulasten, dass keine Verbesserungen vorgenommen werden, natürlich wollen sie, dass der Bund und das Land mitzahlt. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das so schwer ist.
Was ich aber nicht verstehe, was gegen die Veränderung von bestehenden Linien spricht. Ich hab ja konkret eine Verlängerung der Linien 71 und 31 angesprochen. Bei ersterer hätte nur ein Doppelgleisbogen gelegt werden müssen, die zweite Verlängerung würde sogar komplett ohne Veränderung der Gleisanlagen machbar sein.
Vielleicht sollten die Herrschaften (Frauschaften wirds ja vermutlich kaum in den führenden Plätzen so eines Betriebs geben) mal versuchen an einem Ort zu leben, der keinen direkten U-Bahn-Anschluss direkt vor der Tür hat, dann werden die notwendigen Veränderungen schon bemerkt werden.
Das Kommentar zu den elektronischen Anzeigen bei Straßenbahngarnituren kann ich auch nicht gelten lassen. Es stimmt wohl, dass die E1 inzwischen 40 Jahre alt werden. Die jüngsten sind allerdings erst 30 Jahre alt. Ausserdem sind die E1 nicht die einzigen Hochflurfahrzeuge, die durch Wien fahren, es gibt auch noch die E2, die erst 17-30 Jahre alt sind, für Schienenfahrzeuge also noch recht jung. Die jüngsten werden wohl noch mindestens 15 Jahre in Wien unterwegs sein (wobei ja noch Hoffnung besteht, gibt es ja eine Garnitur die mit einer Testanzeige unterwegs ist).
Naja, ich hoffe halt, dass irgendwann noch mal ein Wunder geschieht und eingesehen wird, dass die U-Bahn nicht das Mass aller Dinge ist – sie ist schnell, aber klobig.
Stephan.
Nicht-Verlängerung meines Jahreskarten-Abonnements
Dienstag, Februar 26th, 2008S.g. Wiener Linien!
Kundennummer: XXXXXXXXXX
Hiermit gebe ich bekannt, dass ich das Abonnement meiner Jahreskarte nicht weiter verlängere. Der Hauptgrund ist, dass ich den Grossteil der Fahrten in Wien mit dem Fahrrad zurücklege und für die paar Fahrten, die dann bei Schlechtwetter oder während Defekten meines Rades anfallen, mit Einzel- bzw. Tagestickets günstiger komme.
Nun möchte ich aber auch noch meinen Unmut über die Wiener Linien zum Ausdruck bringen, vor allem nachdem Sie in ihrer Aufforderung zur Verlängerung meines Abonnements die Verbesserungen ihres Angebots anpreisen.
Ich zitiere wörtlich:
„Seit der letzten Tarifanpassung im Jahr 2002 haben die Wiener Linien ihr Angebot massiv ausgebaut. Beispiele dafür sind der Ausbau der U1 und U2, in die insgesamt 1,8 Milliarden Euro fließen. Konsequent wird der Fuhrpark der Wiener Linien modernisiert, mit 25 neuen V-Wagen für die U1, 38 neuen U6-Garnituren, 150 ULF-Straßenbahnen der neuesten Generation und 176 Niederflurbussen. Der Gesamtwert dieser 389 Fahrzeuge beträgt rund 716 Millionen Euro.“
Meine Kommentare dazu:
– Ausbau der Linie U1 (Verlängerung Kagran-Leopoldau):
Dieser Ausbau hat sicher viel Geld gekostet, die Wirkung ist aber – Medienberichten zufolge – recht gering. Laut einem Bericht in der Wiener Zeitung[1] besteht vor allem das Problem, dass die Wege zur U-Bahn jetzt wesentlich länger sind, als diese früher zur Straßenbahn waren, auch die Auslastung rechtfertigt nicht eine U-Bahn.
– 38 neue U6-Garnituren:
Laut einer Information auf ihrer Homepage werden 40 Garnituren der Typen E6 und c6 verkauft. Mit diesen konnten 20 Züge gebildet werden (E6+c6+T+c6+E6). Mit der Anschaffung von 38 neuen Garnituren können aber nur 14 Züge gebildet werden (inkl. der frei werdenden T). Eine Angebotsverbesserung kann ich also nicht nachvollziehen (abgesehen von einem erhöhtem Niederfluranteil).
Mir ist bewusst, dass es nur zum Teil in ihrer Entscheidung liegt, ob Linien ausgebaut werden oder nicht. Da sie sich aber auch den Ausbau der Linien U1 und U2 auf ihre Fahnen heften, möchte ich auch fehlende Ausbauten kritisieren.
– Masterplan Verkehr 2003[2]:
Im Masterplan Verkehr stehen neben möglichen Verlängerungen von U-Bahn-Linien (die mit der Zeit fast alle umgesetzt werden), auch Verlängerungen von Strassenbahnlinien. Von diesen wurde noch keine einzige begonnen (z.B. Linie 65 über Wiener Berg zum Bahnhof Meidling, 6 nach Schwechat, div. Projekte in Floridsdorf/Kagran).
Manche Linien müßten nur um ein kurzes Stück verlängert werden, um bessere Umsteigemöglichkeiten zu schaffen:
– Linie 71:
Eine Verlängerung über die Lothringerstraße zum Karlsplatz würde neben einer Anbindung der TU-Wien zusätzlich Anschluss an die Linien U1, U2, U4, 62, 65, J und zur Badner Bahn bieten. Der Einbau einer Gleisverbindung wäre bei den Umbauarbeiten am Schwarzenbergplatz vor einigen Jahren kein Problem gewesen. Alternativ würde sich auch eine Verlängerung über den Ring zur Börse anbieten.
– Linie 31:
Eine Verlängerung zum Schwedenplatz würde einen Anschluss an die Linie U1 ermöglichen und damit für viele Fahrgäste einen Umsteigezwang ersparen. Auch ein Anschluß an die Linie N wäre dort nützlich.
– Weitere Linien:
Dies sind natürlich nicht die einzigen Linien, bei denen mit kurzen Verlängerungen bessere Anschlüsse geschaffen werden könnten. Weitere sinnvolle Verlängerungen, die mir einfallen: Linie 57A zur Oper und Linie 13A zum Schottentor.
Probleme mit Fahrgastinformation:
– Der Ausbau der Fahrgastinformation-Displays geht sehr schleppend voran, immerhin sind seit letztem Jahr endlich alle Stationen am Ring mit diesen Displays ausgestattet. In anderen Städten sind solche Displays viel verbreiteter.
– Aussen-/Innenanzeigen in Straßenbahnen: Es ist für mich unverständlich, warum nicht zumindest ein Teil der älteren Straßenbahnen mit elektronischen Aussen- und Innenanzeigen ausgerüstet werden. Die Ausrüstung der älteren U-Bahn-Triebwagen mit solchen Displays ist zwar sehr begrüßenswert, meiner Meinung nach aber nicht so wichtig, da sich nicht mehrere Linien eine Strecke teilen und immer in allen Haltestellen gehalten wird. Dazu kommt noch, dass die Broseband-Anzeigen der Straßenbahnen sehr störungsanfällig zu sein scheinen, oft sind diese mit leeren oder falschen Angaben zu sehen.
Ich hab mir erlaubt, diesen Text auf meinem Blog[3] zu veröffentlichen und an die Mailingliste stadtverkehr-austria[4] zu senden.
[1] http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3902&cob=300948
[2] http://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/verkehrsmasterplan/oev.htm
[3] http://plepe.twoday.net
[4] http://de.groups.yahoo.com/group/stadtverkehr-austria/
hochachtungsvoll,
Stephan Plepelits



